Wie sicher ist der Weg zur ersten Klasse?
Bildquelle: picture alliance / dpaWDR. 3 Min. 58 Sek.. Verfügbar bis 26.08.2028.
Es liegt eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung in der Luft beim sechsjährigen Frederic Goder aus Wuppertal-Barmen. Denn heute läuft er zum allerersten Mal seinen Schulweg ab. Und die Grundschule, die er ab nächster Woche besucht, ist nicht mal eben um die Ecke.
Gut einen Kilometer muss Frederic, auch gerne Freddy genannt, jeden Morgen zur Schule gehen. Und mittags wieder zurück. Deswegen wird heute geübt. Zusammen mit Mama Jessica und mit Ines Müller und Klaus Flieger von der Wuppertaler Verkehrswacht.
Sicherster Schulweg nicht immer der Kürzeste
"Auch wir von der Verkehrswacht sind ein bisschen aufgeregt, denn uns geht es in erster Linie um Prävention. Es soll nichts passieren", sagt Klaus Flieger bevor es losgeht. Sein erster Tipp vorab: den sichersten Weg für die Kinder wählen, nicht zwingend den kürzesten.
Klaus A. Flieger von der Verkehrswacht Wuppertal
Bildquelle: WDRFreddys Weg startet im verkehrsberuhigten Bereich, doch auch hier hat Klaus Flieger schon die erste Frage an ihn: Wo eigentlich lang laufen? Rechts, in der Mitte oder links? "In der Mitte", antwortet Freddy zögerlich. Falsch. "Wenn zum Beispiel ein E-Auto von hinten kommt, das hörst du es gar nicht. Also lieber auf der linken Seite gehen. Dann siehst du auch besser, wenn was von vorne kommt", erklärt der Experte.
Danach meistert Freddy die nächste Hürde mit Bravour: die erste Straße muss überquert werden und er hat schon gelernt: links, rechts, links schauen und schnell rüber. Geschafft. Es geht weiter die Straße entlang - ohne richtigen Bürgersteig. Das könnte morgens im Berufsverkehr schon eine echte Gefahr werden.
Kinder auf Gefahren hinweisen
Doch Freddy ist schon vorbereitet: an jeder Einfahrt bleibt er stehen und schaut erst, ob ein Auto rausfährt. Auf solche Gefahren, wie Einfahrten, tote Winkel und schlecht einsehbare Stellen sollten die Kindern in jedem Fall vorher hingewiesen werden, erzählt Klaus Flieger.
Gefährliche Stelle: an diesem Kreisverkehr muss Freddy jeden Morgen vorbei.
Bildquelle: WDREs folgt die nächste große Aufgabe für Freddy: der Kreisverkehr. Wie jetzt dort am besten rüber kommen? "Na über die Ampel", sagt Freddy ganz selbstbewusst. Und das ist besonders und gefährlich zugleich, dass an diesem Kreisverkehr eine Ampel liegt. Denn diese kann nicht immer direkt von den Autofahrern eingesehen werden. Und deswegen hat Mama Jessica auch darüber schon mit Freddy gesprochen.
Ich hab ihm nochmal erklärt, dass es ganz wichtig ist, auch wenn grün ist zu gucken, ob die Autos wirklich stehen bleiben. Jessica Goder
I-Dötzchen-Mama
Und auch das hat bei der heutigen Probe wunderbar funktioniert. Da staunt auch Klaus Flieger nicht schlecht und lobt die gute Vorbereitung.
Letzte Hürden bis zum Ziel
Mama Jessica und Sohn Freddy üben zusammen den Schulweg.
Bildquelle: WDREin Kilometer kann lang werden und nach dem Kreisverkehr folgen noch eine größere Ein- und Ausfahrt der Wuppertaler Polizeiwache und zwei Kreuzungen, bevor Freddy endlich an seiner Grundschule Marper Weg angekommen ist.
Und sein Fazit? "Gut, aber auch anstrengend." Und wovor hat er am meisten Angst auf seinem Schulweg? "Vor der Polizeiwache. Wenn da 'ne Menge Autos rausfahren und die mich umfahren", sagt er.
Und was sagt die Mama? "Die erste Probe ist geschafft. Und der Weg ist wirklich nicht ohne." Und deswegen wird die letzte Woche vor Schulstart noch genutzt, um den Schulweg noch das ein oder andere Mal zu üben. Damit Freddy bestens vorbereitet ist und die Vorfreude auf die beginnende Schulzeit überwiegt.
Unsere Quellen:
- Presseinfo der Verkehrswacht Wuppertal
- Beobachtungen unserer WDR-Reporterin, die beim Üben mit dabei war
Sendung: WDR.de, Wie sicher ist der Weg zur ersten Klasse?, 26.08.2026, 16:16 Uhr