Wichtiger Prozess-Zeuge gibt sich ahnungslos

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WDR 1 Min. 28 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

Remscheider Waffenkammern Wichtiger Prozess-Zeuge gibt sich ahnungslos

Stand:

Hat der Hauptangeklagte, ein 60 Jahre alter Kfz-Meister einen schwunghaften Handel mit Kriegswaffen betrieben? Oder ist er ein "fanatischer Sammler von Militaria", der die Waffen sogar unbrauchbar machen wollte, so wie er sich selbst im Prozess beschrieben hat? Das ist die zentrale Frage im Prozess vor dem Wuppertaler Landgericht.

Weiteren Aufschluss erwarteten Prozess-Beobachter von der heutigen Aussage eines ehemaligen Kioskbetreibers aus Remscheid.

Undercover-Polizisten war es gelungen, im Laden des 51-Jährigen scharfe Waffen zu kaufen. Und genau das war die erste Spur, die Polizei und Staatsanwaltschaft schließlich auf das riesige Waffenarsenal, einige hundert Meter weiter, in den Kellerräumen der Kfz-Werkstatt führten.

Waffen liegen auf einem Haufen in einer Wohnung

Kriegswaffen aus den Geheimverstecken

Bildquelle: Oelbermann

Früherer Kiosk-Inhaber als wichtiger Zeuge

Der frühere Kioskbesitzer sitzt seit Ende vorigen Jahres im Gefängnis. Für sieben Jahre und neun Monate wegen bewaffnetem Drogenhandel. Dabei profitierte er von einer so genannten "Verständigung im Strafverfahren".

Seine Strafe wäre bedeutend höher ausgefallen, hätte er nicht zusätzlich zu seinem Geständnis auch Angaben zu "anderen, noch anhängenden Ermittlungsverfahren" gemacht. Um so mehr wurde seine heutige Aussage im Prozess um die Waffenkammern mit Spannung erwartet.

Widersprüche, Erinnerungslücken und Ahnungslosigkeit

Vor Gericht bestätigte der ehemalige Kioskbesitzer, den Verkauf einzelner Waffen vermittelt zu haben. Dabei belastete er auch die beiden Mitangeklagten des Kfz-Meisters. Seine Aussage war allerdings von Widersprüchen und Erinnerungslücken geprägt.

In einem zentralen Punkt äußerte sich der Zeuge jedoch eindeutig: Nach eigenen Angaben kennt er den 60-jährigen Hauptangeklagten überhaupt nicht. Außerdem erklärte er, erst durch Medienberichte erfahren zu haben, dass sein Kiosk mit den Waffenkammern in den Kellerräumen in Verbindung gebracht werde.

Beweisaufnahme neigt sich dem Ende zu

Damit bleibt die entscheidende Frage des Prozesses weiterhin offen: Diente das in Remscheid entdeckte Arsenal dem gewinnbringenden Handel mit Kriegswaffen oder handelte es sich um die Sammlung eines Militaria-Enthusiasten?

Fakt ist: Neben Waffen hatte die Polizei in den Kellern auch große Mengen Munition sichergestellt. Und dann gibt es noch die Aussagen eines Mannes aus Polen, der an den Kfz-Meister eine größere Menge Maschinenpistolen verkauft haben will, deren Verbleib bisher ungeklärt ist.

Das Wuppertaler Landgericht will bis Ende September sein Urteil sprechen.

Unsere Quellen:

  • Staatsanwaltschaft Wuppertal
  • Frühere Berichterstattung des Westdeutschen Rundfunks
  • Eindrücke des WDR-Reporters im Prozess

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 26.08.2026, 18:09 Uhr

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