Defektes Stellwerk in Wuppertal sorgt weiterhin für Probleme | WDR aktuell
WDR. 00:29 Min.. Verfügbar bis 30.06.2028.
VRR zu defektem Wuppertaler Stellwerk : "Wir sind absolut verständnislos"
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Ein kaputtes Stellwerk sorgt seit insgesamt über einer Woche für viele Zugausfälle rund um Wuppertal. Kurzfristig fuhren die Züge wieder - am Sonntag dann wieder der Ausfall. Seit heute Morgen rollt zumindest der RE4 wieder. Ein VRR-Manager übt jetzt deutliche Kritik.
Die Worte von VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke sind deutlich: "Wir sind absolut verständnislos. Das ist ein relativ neues Stellwerk, erst neun Jahre alt. Und dass wir ständig damit Probleme haben, das ist nicht nachvollziehbar. Wir sind genau so empört wie die Fahrgäste zu Recht empört sind", sagt Wittke am Dienstag (30.06.) dem WDR.
Oliver Wittke, Vorstand des Verkehrsverbands Rhein-Ruhr
Gleichzeitig gibt der Manager auch eine Prognose ab, denn auch der Verkehrsverbund ist in ständigem Kontakt mit der Deutschen Bahn und ihrer Konzerntochter InfraGo, die für das Stellwerk verantwortlich ist: "Bis alles wieder sicher fahren kann, wird es sicher noch ein bis zwei Tage dauern."
Es ist eine unendliche Geschichte: Seit dem 18. Juni kommt es in Wuppertal zu Verspätungen und Ausfällen bei einigen Zügen. Der Grund: wieder ein defektes Stellwerk. Fest steht: Der reguläre Bahnverkehr konnte gestern nicht mehr anlaufen. Das bestätigte ein Sprecher der DB-Regio in Düsseldorf auf WDR-Nachfrage.
Immer wieder Ausfälle
Zudem entschuldigte sich die Bahn am Montag bei den Reisenden. Techniker hatten tagelang nach der Fehlerquelle für den folgenschweren Ausfall gesucht. "Uns ist bewusst, dass diese erneute Störung für Fahrgäste eine besondere Belastung darstellt", so ein Bahnsprecher.
Das Stellwerk sei nach einer mehrtägigen Reparatur schrittweise wieder ganz normal von Freitag bis Sonntag in Betrieb gewesen, nachdem Techniker Komponenten in einem Computersystem ausgewechselt hatten. Doch schon am Sonntag war das Stellwerk erneut außer Betrieb.
Das Stellwerk wurde 2017 als eines der modernsten in ganz NRW eingeweiht.
Weiter Busse statt Bahnen
DB Regio, National Express und die Eurobahn haben für die betroffenen Linien jeweils einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Bahn verweist für weitere Informationen auf ihre App und auf zuginfo.nrw.
RE4 fährt mit Verspätung, S8 weiterhin nicht durch
Die Bahn verweist auf das Online-Portal zuginfo.nrw - doch dort befinden sich widersprüchliche Angaben zur Dauer der Stellwerkstörung. Es ist einerseits von einem Ende der Störung am 30.06. um mittlerweile nicht mehr 12 Uhr, sondern weiter verschoben: 15 Uhr die Rede. Gleich darunter heißt es: "Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Beeinträchtigung".
Zum Betriebsstart wurde der Ersatzverkehr mit Bussen auf der Regionalexpress-Linie 4 (Dortmund - Wuppertal - Aachen) eingestellt, da der Regelbetrieb wieder aufgenommen wurde. Dadurch fährt hier pro Stunde ein Zug in jede Richtung - aber mit zum Teil erheblicher Verspätung.
Ursprünglich war ein Regelbetrieb auch für die S-Bahn-Linie 8 (Mönchengladbach - Wuppertal - Hagen) vorgesehen. Das klappt erst wieder seit Mittwoch (1. Juli).
Ein Bahnsprecher aus Berlin empfiehlt allen Kunden, die Bahn-App zu checken. Wie schnell der Abschnitt für weitere Züge freigegeben wird, hänge davon ab, ob das Stellwerk fehlerfrei laufe.
Betroffen ist eines der modernsten Stellwerke der Region
Die teils maroden Stellwerke rund um Wuppertal waren zuletzt auch in der Bundespolitik thematisiert worden. Doch für den Ausfall ist laut Bahn ausgerechnet eines der modernsten Stellwerke der Region verantwortlich: Das elektronische Stellwerk im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel war erst 2017 in Betrieb gegangen.
In einem Stellwerk sorgen die sogenannten Fahrdienstleiter dafür, dass Züge von A nach B kommen - etwa indem sie Weichen richtig stellen und die Signale auf Grün schalten, wenn ein Gleisabschnitt frei ist. Probleme mit Stellwerken führen immer wieder zu Verzögerungen im Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen.
Verkehr sollte nach monatelanger Sperrung wieder anlaufen
Bahnreisende in der Region rund um Wuppertal sind im Moment ohnehin leidgeprüft. Seit Anfang Februar ist die Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen für eine Generalsanierung voll gesperrt. Alle Fernzüge etwa von Köln nach Berlin und Hamburg werden über das Ruhrgebiet umgeleitet. Für die Pendler in der Region fahren rund 200 Ersatzbusse.
Unsere Quellen:
- Zuginfo.nrw
- Interview mit VRR-Vorstand Oliver Wittke
- Sprecher der DB-Regio in Düsseldorf
- Bahnsprecher für NRW
- dpa
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