Sozialarbeiterin Aline Dickel zeigt Anwohner Henrik Freudenau eine Alufolie zum Rauchen von Heroin
Um 18.00 Uhr schließen die Türen der Drogenhilfe "kick" in der City für Drogenkranke. Dann kommen die Gäste. Man habe die Anwohner bewusst erst nach Feierabend eingeladen, sagt Sozialarbeiterin Aline Dickel: "Wir wollten kein konfrontatives Treffen, sondern hoffen auf mehr Verständnis für unsere Klienten und die soziale Arbeit."
Für unsere Klienten ist das hier ein Schutzraum. Aline Dickel, Sozialarbeiterin Aidshilfe Dortmund e.V.
Der Widerstand wird offenbar geringer
Sieben Anwohner aus dem Unionviertel sind gekommen. Es ist bereits der dritte Termin für den Bürgerdialog mit der Stadt, Polizei und der Drogenhilfe. Bei den ersten beiden vor Ort im Unionviertel waren noch wesentlich mehr Anwohner.
Es scheint, als sei der Protest nach den ersten Terminen geringer geworden. "Das erste Treffen war destruktiv und aufgeladen. Das zweite konstruktiv und informell", sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen will.
Wir wollen nicht dauernd die Polizei rufen müssen, wenn einer vor unserer Haustür liegt. Anwohnerin in Dortmund
"Wir brauchen einen direkten Draht", fordert eine andere Anwohnerin beim Rundgang durch die Räume, in denen Drogen geraucht oder gespritzt werden. "Sie bekommen eine Telefonnummer, rufen uns an und wir kümmern uns", erklärt die Sozialarbeiterin. Ihre Kollegen seien auch im Umfeld unterwegs, sobald der neue Konsumraum an der Rheinischen Straße eröffnet ist.
Alltag im Drogenkonsumraum - Solzialarbeiterin Aline Dickel zeigt die Utensilien für eine Heroinspritze
Austausch offen und ehrlich
"Es ist notwendig, ob es der richtige Standort ist, das ist etwas anderes", sagte Anwohner Henrik Freudenau. Es seien mehrere dezentrale Standorte notwendig. Die Gäste aus dem Unionviertel wissen jetzt mehr über Drogensucht und soziale Arbeit. "Super war das", sagt Anwohner Freudenau am Ende der Gespräche.
"Informativ, offen und ehrlich". Dann fragt noch eine Frau: "Was ist dem mit dem Fördern von Leben ohne Drogen". "Das ist ein Großteil meiner Arbeit", antwortet Sozialarbeiterin Aline Dickel. "Manchmal treffe ich in der Stadt ehemalige Klienten, die es geschafft haben. Die führen jetzt ein Leben ohne Drogen."
Quellen:
- Drogenhilfeeinrichtung Kick der Aidshilfe Dortmund e.V.
- Reporter vor Ort
- Gespräche mit Anwohnern des Dortmunder Unionviertels
- Gespräche mit Sozialarbeiterin Aline Dickel