Vor dem Schatten einer bettelnden Person steht ein Becher auf dem Boden.

Dortmund greift nun durch Wer bettelt, der bekommt ein Bußgeld

Stand:

Seit knapp zwei Wochen gibt es in Dortmund ein verschärftes Bettelverbot. Ab Samstag droht bei Verstößen ein Bußgelder oder Haft.

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Michael Westerhoff
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Simon Ewerbeck

Seit Anfang August gilt das Bettelverbot in Dortmund. Ordnungsamtsmitarbeiter gehen seither in der Stadt Streife, um die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren. Immer wieder sprechen sie Bettelnde und Drogenabhängige darauf an, dass Betteln im Umkreis von fünf Metern um die Außengastronomie in Dortmund nicht mehr erlaubt ist.

Bislang gab es keine besonderen Vorkommnisse bei den Kontrollen. Die meisten Bettler hätten freundlich und verständisvoll reagiert, wenn sie von Ordnungsamtsmitarbeitern angesprochen wurden, sagt Stadt-Sprecher Christian Stein.

Betteln kann bis zu 250 Euro kosten

In den ersten 14 Tagen blieb es bei freundlichen Ermahnungen. Ab 15. August drohen Bettlern, die gegen das Verbot verstoßen, Verwarn- oder Bußgelder. Die gehen bis zu 250 Euro. Wer das nicht zahlen will oder kann, muss mit einer mehrtägigen Erzwingungshaft rechnen.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes gehen über den Alten Markt in Dortmund

Die Stadt hat in den ersten zwei Wochen nur Ermahnungen ausgesprochen.

Bildquelle: WDR/Dirk Planert

Obdachlosenhilfe: Probleme der Bettler nicht gelöst

Die Obdachlosenhilfe bodo e.V. bezweifelt, dass das jetzige strikte Bettelverbot rund um die Außengastronomie rechtlich haltbar ist. Außerdem würde dadurch das eigentliche Problem der betroffenen Menschen nicht gelöst, sagt der Redaktionsleiter des gleichnamigen Straßenmagazins Bastian Pütter.

Bastian Pütter von der Wohnungslosenhilfe "bodo"
"Niemand bettelt aus Spaß." Bastian Pütter, Redaktionsleiter Straßenzeitung "bodo"

Für die Menschen sei Betteln das letzte Mittel. In dieser Notsituation könnten die Betroffenen kaum die Folgen einer Geldstrafe oder Haft einschätzen. Die betroffenen Menschen könnten sich darüber hinaus auch kaum wehren und für ihre Rechte einstehen, so Pütter. Seiner Meinung nach müssten die Ordnungskräfte deshalb eher die Rolle eines Vermittlers einnehmen, anstatt bettelnde Menschen zu vertreiben.

Gastronomiebetriebe sehen positive Entwicklung

Bereits jetzt habe sich das Verhalten der Bettelnden rund um die Gastronomie verändert. Vor allem Betriebe am Alten Markt in Dortmund haben laut der Stadt schon gemerkt, dass weniger gebettelt wird.

Der Dortmunder Rat hatte vor der Sommerpause ein Bettelverbot rund um die Außengastronomie beschlossen. SPD, CDU, AfD und FDP stimmten dafür, Grüne und Linke dagegen. Das aggressive Betteln, also das Ansprechen von Menschen, ist schon lange in Dortmund verboten. Seit dem Ratsbeschluss dürfen Menschen aber auch nicht mehr still mit einem Becher oder einem Schild in der Nähe der Außengastronomie betteln.

Die Dortmunder Gastronomen hatten sich mehrfach beschwert. Kunden würden wegbleiben, weil sie permanent angebettelt würden. Die Betreiberin eines Kaffeestandes auf dem Markt schildert, dass an einem Vormittag 34 verschiedene Personen rund um ihren Stand gebettelt hätten.

Bettelverbot in Dortmund: Stadt verhängt bald Bußgelder

WDR 13.08.2026 00:56 Min. Verfügbar bis 12.08.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Telefonat mit Christian Stein, Pressesprecher Stadt Dortmund
  • Telefonat mit Bastian Pütter, bodo e.V.
  • dpa

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 20.07.2026, 13:30 Uhr

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