Ein Thermometer, dahinter strahlende Sonne.

Hohe Temperaturen sind auch für Schüler anstrengend.

Eltern in Dortmund empört Schule wird E-Learning trotz Hitze verboten

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Das Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasium wollte wegen der Hitze auf E-Learning wechseln und hat das sogar schon zwei Tage gemacht. Dann hat die Bezirksregierung Arnsberg das verboten. Zwar ist Distanzunterricht in Extremwetterlagen möglich, die hohen Temperaturen sind aber nicht extrem genug. Lehrer, Eltern und Schüler sind empört.

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Marc Sense

Das Thermometer im Raum 1.11. zeigt mehr als 30 Grad, dabei sind alle Fenster verdunkelt. Der Leistungskurs Englisch ist auf den Schulhof gewechselt. Eigentlich wären die zukünftigen Abiturienten aber lieber zu Hause, um dort am Computer Distanzunterricht zu machen.

Ein junger Mann mit dunklen Haaren und Oberlippenbart.

Majed El Bast hätte lieber Distanzunterricht als Hitzefrei.

"Bei dieser Hitze kann man sich in der Klasse nicht konzentrieren", sagt Majed El Bast, "zu Hause ist das besser". Natürlich könnten sie auch mit Hitzefrei leben, aber im kommenden Jahr steht das Abitur an. Da ist allen eine gute Vorbereitung wichtiger als ein freier Nachmittag. Zumal Hitzefrei in der Oberstufe erst seit heute überhaupt erlaubt ist.

Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasium wollte auf Distanzunterricht umstellen

Ein Mann mit einem orangenen Polohemd lächelt in die Kamera.

Schulleiter Klaus-Peter Jungmann würde gerne Distanzunterricht für alle Klassen anbieten, darf aber nicht.

Schulleiter Klaus-Peter Jungmann hatte deshalb am Freitag beschlossen, die Schule in den Distanzunterricht zu schicken. Schließlich steht in der passenden Verordnung, das sei bei Extremwettereignissen möglich. "Wir haben Erfahrung mit Distanzunterricht und haben dafür ein gutes System", begründet der Schulleiter seine Entscheidung.

Außerdem sei es bereits vormittags so heiß in den Räumen, dass viele Lehrer auf den Schulhof ausweichen. Da sei der Unterricht zu Hause viel näher an normalem Unterricht.

Bezirksregierung in Arnsberg ordnet Rückkehr zum Präsenzunterricht an

Am Montag schritt dann die Bezirksregierung in Arnsberg ein und ordnete die Rückkehr in die Schule an. Bei Hitze gelten ausschließlich die Hitzefrei-Regelungen. Die wurden am Mittwoch erweitert und gelten jetzt auch für die Oberstufe.

Damit haben die Klassen 5 bis 10 des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums nach der vierten Stunde Schluss, die Oberstufe wechselt danach in Kurzunterricht und darf um 13:15 Uhr nach Hause.

Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasium: Eltern empört über Entscheidung

Eine Frau mit dunklen Haaren sitzt auf einem Schulhof und schaut in die Kamera.

Tanja Langer ist Schulpflegschaftsvorsitzende und kann es nicht fassen, dass der Distanzunterricht untersagt wurde.

Die Vorsitzende der Schulpflegschaft ist fassungslos nach diesem Beschluss. Tanja Langers Tochter ist selbst in der Oberstufe und bereitet sich aufs Abi vor. Jede Stunde Unterricht sei wichtig, sagt die Mutter, schließlich gehe es ja auch um mündliche Mitarbeit. Die sei aber nun mal nur während des Unterrichts möglich.

"Wir leben im Jahr 2026", sagt Tanja Langer, "an dieser Schule hat ein fast perfekter Distanzunterricht stattgefunden. Alles lief reibungslos, die Schüler waren glücklich. Ich kann es nicht fassen, dass die Kinder wieder in die Schule müssen."

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Klaus-Peter Jungmann, Schulleiter
  • WDR-Gespräch mit Tanja Langer, Schulpflegschaftsvorsitzende
  • WDR-Gespräch mit Majed El Bast, Schüler
  • Mail der Bezirksregierung Arnsberg
  • Mail des Bildungsministeriums NRW zur neuen Hitzefrei-Regelung

Sendung: WDR 2, Der Nachmittag, 24.06.2026, 17:13 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 24.06.2026

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