Nur ein Lieferwagen deutet noch auf die insolvente Firma Kueppers Solutions auf Phoenix-West hin.
Nach Insolvenz : US-Konzern Honeywell übernimmt Dortmunder Start-up
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Der US-Technologiekonzern Honeywell hat die insolvente Dortmunder "Kueppers Solutions" übernommen. Er will das Geschäft mit hocheffizienten Industriebrennern fortsetzen. Die Produktion bleibt mit reduzierter Belegschaft in Dortmund. Nur reden will Honeywell darüber nicht.
Noch vor wenigen Jahren galt das Dortmunder Start-up Kueppers Solutions als Vorzeigeunternehmen der deutschen Industrie. Mit hocheffizienten Industriebrennern und einer innovativen Fertigungstechnologie sorgte das Unternehmen für Aufsehen weit über die Region hinaus. Umso überraschender kam die Nachricht im Oktober 2025: Das junge Unternehmen musste Insolvenz anmelden.
Die Ursachen lagen vor allem an der allgemeinen Wirtschaftskrise. Zahlreiche Kunden stornierten ihre Aufträge, obwohl die besonders energieeffizienten Brenner als vielversprechende Zukunftstechnologie galten.
Dabei setzte Kueppers Solutions auf ein außergewöhnliches Produktionsverfahren: Die metallischen Komponenten werden als individuelle Einzelstücke in hochkomplexen 3-D-Druckern gefertigt. Für diese wegweisende Technologie erhielt das Unternehmen 2023 sogar eine Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis, der unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht.
Weltkonzern übernimmt, Öffentlichkeit erfährt zunächst nichts
Nach monatelangen Verhandlungen fand der Insolvenzverwalter mit Honeywell einen Käufer, der sämtliche Maschinen, Anlagen und Patente übernimmt und den Betrieb fortführt. Die entsprechenden Verträge wurden bereits Ende Mai unterschrieben.
Das Firmenschild von Kueppers Solutions ist verschwunden – der Name Honeywell taucht nirgends auf.
Doch die Öffentlichkeit erfuhr zunächst nichts davon. Nur wer zufällig auf die Internetseite von "Kueppers Solutions" geht, erfährt durch eine autmatische Weiterleitung: "KueSol GmbH is now part of Honeywell".
Technologie spart Energie und reduziert CO₂
Wiederholte Interviewanfragen weist Honeywell zurück. Eine Dreherlaubnis erhält der WDR nicht. Weitere Erläuterungen gibt der 140 Jahre alte Tech-Konzern nicht. Offizielle Stellungnahmen beschränken sich auf einen knappen Satz im Internet: "Die Übernahme ermöglicht es uns, unsere Produkte, Dienstleistungen und langfristige Innovationskraft weiter zu stärken."
3.) Dieser patentierte Brenner wird im 3-Druckverfahren hergestellt und spart bis zu 15 Prozent Erdgas.
Warum Honeywell zugriff, liegt dennoch auf der Hand. Der Konzern produziert weltweit Industriebrenner und ergänzt sein Portfolio nun um eine preisgekrönte Technologie zur Wärmerückgewinnung, sogenannte Rekuperatoren. Die in Dortmund entwickelte Lösung reduziert den Erdgasverbrauch um rund 15 Prozent und senkt dadurch sowohl die Betriebskosten als auch den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids.
Glücksfall: nur jede zweite Insolvenz endet erfolgreich
Der Einstieg des US-Konzerns ist für Dortmund und "Kueppers Solutions" ein Glücksfall. Nach neuesten statistischen Zahlen endet mittlerweile jedes zweite Insolvenzverfahren in Deutschland in einer Liquidation der Firma. Einziger Wermutstropfen: damit wandert eine weitere heimische Technologie in den Besitz eines ausländischen Unternehmens.
Unsere Quellen:
- Internetseite Honeywell
- WDR-Recherche
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 27.07.2025, 15:30 Uhr