Von Arbeitslosigkeit zur Festanstellung bei der Tafel
Bildquelle: WDR/Michael WesterhoffWDR. 5 Min. 57 Sek.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Andreas Herzog sitzt am Steuer seines LKW. Für die Tafel fährt er Lebensmittel durch Dortmund. Früher sei er Maurer gewesen und habe im Tiefbau gearbeitet, erzählt er. "Das war natürlich ein viel härterer Job". Den habe er mit Mitte 40 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Es folgten lange Jahre der Arbeitslosigkeit. "Da kommt irgendwann die Riesen-Leere. Und da kommt Langeweile auf."
Vom Probearbeiten zur Festanstellung
Zeiten, an die sich der heute 63-Jährige nicht mehr gern erinnert. In der Zeitung las er, dass die Dortmunder Tafel Fahrer sucht. Er ging zum Probearbeiten. Die Tafel bot ihm erst einen sogenannten Ein-Euro-Job an - später habe er dann auch im Bundesfreiwilligendienst für die Tafel gearbeitet bis sich die große Chance bot: Eine befristete Festanstellung nach dem "Teilhabechancengesetz".
Mitarbeiterinnen der Dortmunder Tafel
Bildquelle: WDR/Michael WesterhoffDas Teilhabechancengesetz richtet sich speziell an Menschen, die seit mehreren Jahren arbeitslos sind und als schwer vermittelbar gelten. Etwa 20.000 Langzeitarbeitslose gibt es in Dortmund. Das Jobcenter übernimmt für mindestens zwei Jahre die Lohnkosten und macht die Kandidaten so für die Arbeitgeber attraktiv. 330 solcher Stellen fördert das Dortmunder Jobcenter jedes Jahr neu mit dem Programm.
Hohe Erfolgsquote bei Teilnehmern
"Die Erfolgsquoten sind gut", sagt Stephanie Krömer, die Leiterin des Dortmunder Jobcenters. Weit über 70 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms würden später fest vom Arbeitgeber übernommen.
Die Tafel beschäftigt 16 Menschen nach Teilhabechancengesetz. Insgesamt sogar 90, die vom Jobcenter gefördert werden. "Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht", sagt Maja Silberg von der Dortmunder Tafel. "Sie sind eigentlich fit für den Arbeitsmarkt, haben aber keine Chance und diese Chance geben wir ihnen."
Andreas Herzog hat seine Chance genutzt. Nachdem er als Teilnehmer des Förderprogramms eine gute Leistung erbracht hat, hat ihn die Tafel fest übernommen. Mit dem Gehalt könne er alle Rechnungen bezahlen, erzählt Herzog und lacht zufrieden. "Es bleibt sogar noch was übrig".
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Andreas Herzog, LKW-Fahrer bei der Dortmunder Tafel
- Gespräch mit Maja Silberg und Horst Röhr, Dortmunder Tafel
- Gespräch mit Stephanie Krömer, Leiterin Jobcenter Dortmund
- Besuch in der Zentrale der Tafel und der Filiale in der Haydnstraße in Dortmund
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 10.09.2026, 15:30 Uhr
