Retten vor dem Ertrinken: Rettungshubschrauber bekommt Seilwinde
WDR. 03:14 Min.. Verfügbar bis 20.04.2028.
Retten vor dem Ertrinken : Rettungshubschrauber bekommt Seilwinde
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Ab sofort können Menschen in NRW per Hubschrauber auch aus lebensgefährlichen Situationen im Wasser gerettet werden. Der in Dortmund stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung ist jetzt mit einer entsprechenden Seilwinde ausgerüstet und einsatzbereit.
Neben der Wasserrettung kann die Winde am Rettungshubschrauber auch helfen, Menschen an schwer zugänglichen Unfallstellen zu retten, etwa aus dicht bewaldeten Gebieten. Mit dem Helikopter können die Retter aber auch schnell vielen Betroffenen helfen, sagt Georg Hein, Pilot an der Dortmunder Station der DRF Luftrettung. Etwa bei einem Hochwasser-Szenario: "Da können wir schnell von einem Patienten zum nächsten fliegen, das heißt wir können mehrere Personen in Sicherheit bringen."
Georg Hein, Pilot von Christoph Dortmund
Am Wochenende haben Teams der DRF Luftrettung, der Dortmunder Feuerwehr und der DLRG Haltern am See das Arbeiten mit der neuen Rettungswinde eingeübt. Der Rettungshubschrauber Christoph Dortmund sei laut Hein die einzige windenfähige Maschine in NRW. Bei einer Großübung am Silbersee in Haltern am See lag der Schwerpunkt auf der luftgestützten Wasserrettung.
Windenarbeit ist Teamarbeit
Komparsen der DLRG springen im 5-Minuten-Takt von Booten ins Wasser. Sobald der Hubschrauber im Anflug ist, lässt er einen Höhenretter der Dortmunder Feuerwehr an den Seilwinde runter ins Wasser. Hat der Retter den in Not geratenen Menschen dann mit seinem Gurt gesichert, fliegt der Heli beide ans rettende Ufer.
Ein Höhenretter wird an der Seilwinde runter Richtung Wasser gelassen.
Bei der Übung am Wochenende dauert das manchmal nur zwei Minuten, im Ernstfall können so viele Menschenleben gerettet werden. "Wir stehen auf dem Hof, werden eingesammelt und dann geht’s an den Einsatzort", sagt Tim Austermann von der Feuerwehr Dortmund. Er ist mit den Höhenrettern in der Feuerwehrwache 4 im Dortmunder Süden stationiert. Dort wird der Rettungshubschrauber ihn oder einen Kollegen künftig auch auf dem Weg zum Einsatz einsammeln. Das dauere etwa zwei Minuten.
Zum ersten Mal im und über Wasser trainieren
Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph Dortmund mit einem Höhenretter.
Den Einsatz über und im Wasser trainiert Austermann heute zum ersten Mal und ist von der Schnelligkeit der Rettung begeistert. Trotzdem bleibe gerade die Rettung aus dem Wasser eine besondere Herausforderung, weil Menschen dort auch schnell in Panik geraten. Da müsse man sich immer vorsichtig nähern, sagt Austermann, am besten von hinten.
"Dass sich die Leute nicht auf einen stürzen und wir die am Hals haben. Dann gibt es auch mit dem Stahlseil an dem wir hängen mehr Schwierigkeiten." Tim Austermann, Feuerwehr Dortmund
Rettungswinde zentral in NRW stationiert
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Trainings sei die Besatzung von Christoph Dortmund nun für Einsätze über Wasser, etwa Kanälen, Flüssen und Seen in Nordrhein-Westfalen einsatzbereit, schreibt die DRF Luftrettung in einer Pressemitteilung. Pünktlich zur Badesaison und ideal gelegen, um überall im Land schnell helfen zu können. Der Standort des Dortmund Luftretters liegt nur wenige Kilometer – natürlich Luftlinie – vom geographischen Mittelpunkt Nordrhein-Westfalens entfernt.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Interview mit Tim Austermann, Feuerwehr Dortmund
- Interview mit Georg Hein, Pilot DRF Luftrettung
- Pressestelle der DRF Luftrettung
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 20.04.2026, 6:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 20.04.2026, 19.30 Uhr
