Neues Ortungssystem der Feuerwehr kann Leben retten

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

Innovation für Feuerwehr Dortmund Neues Ortungssystem soll Leben retten

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Die Feuerwehr in Dortmund hat ein neues Ortungssystem getestet. Damit kann sie bei Bränden Feuerwehrleute schneller finden.

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Matthias Wagner

Es ist eines der schlimmsten Szenarien, die sich Feuerwehrmänner und -frauen vorstellen können: Ein Kollege ist verletzt und kann sich nicht mehr selbst aus einem brennenden Gebäude retten. Für solche Fälle gibt es bei der Feuerwehr Rettungstrupps, die die Person finden und retten. Das ist in vielen Fällen gefährlich und dauert lange - auch weil die Sichtweite in verrauchten Gebäuden extrem gering ist.

Das Unternehmen Dräger hat deshalb jetzt gemeinsam mit verschiedenen Hochschulen und dem Institut für Feuerwehrtechnologie ein Ortungssystem entwickelt: "Celidon Pro" heißt das.

Neues Ortungssystem mit Augmented Reality

Das System besteht aus insgesamt vier Sensoren, die an verschiedenen Stellen an der Feuerwehrkleidung angebracht werden. Sie senden ununterbrochen ein Signal, das von einem anderen Bauteil im Helm der Feuerwehrleute empfangen werden kann. Dieser Empfänger wird mit einem Magneten unterhalb des Sichtfeldes im Helm befestigt. Im Augenwinkel bekommt der Feuerwehrmann so die Position der Kollegen angezeigt. Mit grünen Punkten.

Display Ortungssystem Celidon Pro

Im Display sehen die Feuerwehrleute die Position der Kollegen

Rettungseinsätze sind bisher zeitintensiv und gefährlich

Bisher orientieren sich die Feuerwehrleute bei der Suche nach vermissten Kollegen an deren Wasserschlauch, weil sie davon ausgehen, dass der vermisste Kollege am Ende des Schlauches zu finden sein muss. "Es ist auf jeden Fall sehr anstrengend immer dem Schlauch zu folgen", sagt Feuerwehrmann Mikko Sewing. Sie müssen oft bei Nullsicht auf Knien dem Schlauch folgen. Dadurch dauert eine solche Rettungsaktion bisher sehr lange - und ist oft gefährlich.

Mit dem neuen Ortungssystem bekommt der Rettungstrupp die Position auf seinem Display angezeigt und findet die vermisste Person deutlich schneller. "Es ist ein schönes Gefühl, dass wir solche Technologien haben und mit solchen Systemen in Zukunft arbeiten können", sagt Mikko Sewing - ein Dortmunder Feuerwehrmann, der das System schon ausprobieren konnte.

Mikko Sewing Feuerwehr Dortmund

Der Dortmunder Feuerwehrmann Mikko Sewing (r) und sein Kollege beim Test des Ortungssystems.

Der Bund fördert das Ortungssystem für Feuerwehr-Einsätze

Das Projekt ist so vielversprechend, dass es vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird.

Schnelle Einführung des Ortungssystems ist nicht in Sicht

Der Haken an der Sache: Bisher gibt es nur ein Vorführmodell. Von der Serienproduktion ist noch keine Rede - auch weil die Finanzierung nicht geklärt ist. "Zuständig für den Feuerschutz sind die Bundesländer", erklärt Dirk Aschenbrenner, Direktor der Dortmunder Feuerwehr. Er hofft, "dass die Länder Geld dazu geben, damit dieses gute Produkt möglichst schnell bei den Feuerwehrmännern und -frauen landet."

Celidon Pro Sensor an der Kleidung

Diese Sensoren an der Kleidung senden das Positions-Signal

Wann und ob das passiert ist vollkommen offen. Vorerst müssen die Dortmunder Feuerwehrleute also auf ihre altbekannten und geübten Taktiken zurückgreifen - in dem Wissen, dass das Ortungssystem ihre Rettungseinsätze deutlich vereinfachen würde.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Dirk Aschenbrenner
  • WDR-Gespräch mit Feuerwehrmann Mikko Sewing
  • Beobachtungen des WDR-Reporters bei einer Vorführung des Ortungssystems in Dortmund

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhrgebiet, 22.07.2026, 19:30 Uhr

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