Teilnehmer beim Benefizschwimmen Unna

Benefizschwimmen 912,4 Kilometer in 24 Stunden im Freibad in Unna

Stand:

345 Menschen schwammen 24 Stunden für den guten Zweck. Trotz Gewitter kamen 912,4 Kilometer zusammen. So lief die Benefizaktion.

Von Laura Weigele, Andreas Wiese

Heute um 15 Uhr endete das 24-Stunden-Benefizschwimmen im Freibad Bornekamp in Unna. Insgesamt kamen 345 Teilnehmer und schwammen innerhalb von 24 Stunden 912,4 Kilometer. Mit der Aktion wurden Spenden für das Freibad und das Hospiz Unna gesammelt.

Das ursprünglich angestrebte Ziel von 1.500 Kilometern konnten sie zwar nicht erreichen, dennoch zeigen sich die Veranstalter sehr zufrieden. Erwartet wurden rund 200 Schwimmer - am Ende nahmen 345 Menschen an der Aktion teil. Eine Person schwamm sogar mehr als 22 Kilometer.

Einige Menschen campten sogar im Freibad

Zelte beim Benefizschwimmen in Unna

Ungefähr 50 Menschen zelteten im Freibad.

Etwa 50 Menschen übernachteten in Zelten auf dem Freibadgelände, um möglichst viele Bahnen innerhalb von 24 Stunden zurücklegen zu können. Das Schwimmen startete am Samtag um 15 Uhr. Manche Camper zogen teils bis tief in die Nacht ihre Runden, schliefen kurz und gingen dann wieder ins Becken.

Allerdings machte das Wetter den Schwimmern einen Strich durch die Rechnung. In den frühen Morgenstunden zog ein starkes Gewitter über Unna hinweg. Aus Sicherheitsgründen musste die Veranstaltung für rund zwei Stunden unterbrochen werden.

Weckruf am frühen Morgen

Moderator beim Benefizschwimmen in Unna

Dirk Winkelkötter weckte die Camper mit dem Mikrofon.

Trotz der kurzen Nacht bewahrte Dirk Winkelkötter von den Schwimmfreunden Unna seinen Humor. Um 7:32 Uhr griff er zum Mikrofon und versuchte, die Camper aus ihren Zelten zu locken: "Good Morning Bornekamp! 24-Stunden-Schwimmen - mehr als die Hälfte ist geschafft. Raus aus den Federn, das Becken ist frei, ihr könnt loslegen!"

Schwimmerinnen beim Benefizschwimmen in Unna

Claudia Bräutigam und Iris Loosen genießen den Start in den Tag im Freibad.

Die Reaktion fiel zunächst verhalten aus. Die Camper blieben in ihren Zelten. Im Wasser waren aber schon andere Frühaufsteher wie Claudia Bräutigam und Iris Loosen. Die Freundinnen aus Kamen und Soest hatten sich um 7 Uhr zum Schwimmen verabredet und hielten trotz des Gewitters an ihrem Plan fest.

Bereits 1,1 Kilometer hatten die beiden am Morgen im Wasser zurückgelegt. Danach stärkten sie sich mit Brötchen und Kaffee und zogen noch weiter ihre Bahnen.

Organisation mit wenig Schlaf

Dirk Winkelkötter gehört zum Organisationsteam und war während der Veranstaltung für zahlreiche Aufgaben verantwortlich. Unter anderem zählte er die geschwommenen Bahnen der Teilnehmer.

Die kurze Nacht mit drei Stunden Schlaf machte sich bemerkbar: "Mein Energielevel: Wenn ich gleich noch einen Kaffee kriege, geht es wieder bergauf. Wenn es heute vorbei ist, werde ich sehr müde sein und dann werden mir die Äuglein zufallen."

Jede Bahn zählt

Schwimmer beim Benefizschwimmen in Unna

Viele Jugendliche legten sich am Morgen im Wasser so richtig ins Zeug.

Jeder Teilnehmer zahlte ein Startgeld von fünf Euro. Zusätzlich konnten Schwimmpaten die Leistung "ihrer Schwimmer" mit einem selbstgewählten Geldbetrag pro Bahn unterstützen. Auch Teilnehmer ohne Paten leisteten mit ihrem Startgeld einen Beitrag für den guten Zweck.

"Für mich ist das hier eine echte Herzensangelegenheit. Ich bin Schwimmer – man sagt immer: Schwimmer für immer. Ich durfte meine Mutter und auch einen guten Freund auf der Palliativstation begleiten. Ich weiß, wie wichtig diese Arbeit ist." Dirk Winkelkötter, Schwimmfreunde Unna

Für viele Beteiligte stand dabei nicht nur der sportliche Gedanke im Vordergrund. Dirk Winkelkötter erzählt: "Für mich ist das hier eine echte Herzensangelegenheit. Ich bin Schwimmer – man sagt immer: Schwimmer für immer. Ich durfte meine Mutter und auch einen guten Freund auf der Palliativstation begleiten. Ich weiß, wie wichtig diese Arbeit ist."

Spenden für Freibad und Hospiz

Die erzielten Spendengelder kommen zwei Einrichtungen zugute: Die eine Hälfte geht an das Freibad Bornekamp. Der Trägerverein muss jährlich rund 120.000 Euro für den Betrieb des Bades aufbringen. Die andere Hälfte erhält das Heilig-Geist-Hospiz in Unna. Dort werden in zehn Zimmern jährlich bis zu 120 schwerkranke Menschen betreut.

Obwohl 95 Prozent der Kosten von Kranken- und Pflegekassen übernommen werden, müssen die verbleibenden fünf Prozent durch Spenden finanziert werden. Dank solcher Unterstützung konnten zuletzt unter anderem Klimaanlagen für die Hospizzimmer angeschafft werden – an heißen Tagen ein großer Gewinn für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Kassensturz am Mittwoch

Das Benefizschwimmen war am Samstag um 15 Uhr gestartet und endete exakt 24 Stunden später heute um 15 Uhr. Rund 120 ehrenamtliche Helfer unterstützten die Veranstaltung. Sie übernahmen unterschiedlichste Aufgaben – vom Brötchenschmieren über das Zählen der geschwommenen Bahnen bis hin zum Grillen von Bratwürsten. Die genaue Summe für die beiden Vereine stehen heute noch nicht fest, sie wird voraussichtlich am 01. Juli bekanntgegeben.

24-Stunden-Schwimmen im Freibad in Unna

WDR 20.06.2026 00:44 Min. Verfügbar bis 19.06.2028

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Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, 24-Stunden-Schwimmen im Freibad in Unna, 20.06.2026, 16:35 Uhr

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