Schauspiel reloaded - Düsseldorf startet mit neuem Intendanten
Bildquelle: Thomas RabschWDR. 2 Min. 38 Sek.. Verfügbar bis 18.09.2028.
Saisonstart am Schauspielhaus Düsseldorf : Das hat der neue Intendant vor
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Der Sommer geht, die Theatersaison kommt: Das Düsseldorfer Schauspielhaus startet in die Spielzeit 2026/27. Erstmals trägt dabei der Schweizer Andreas Karlaganis die Verantwortung. Als neuer Generalintendant leitet er nun eine der größten und erfolgreichsten Bühnen im deutschsprachigen Raum.
Kurz vor der ersten Premiere sieht man Andreas Karlaganis nervös durch das Foyer des Schauspielhauses laufen. Kein Wunder: Alle seien jetzt ganz auf den Spielzeitbeginn fokussiert, sagt der neue Generalintendant - auch er selbst. Zum ersten Mal zeigt das neue Schauspiel-Ensemble dem Düsseldorfer Publikum, was es unter der neuen Leitung kann.
Die Saison im Düsseldorfer Schauspielhaus startet mit Heinrich von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg".
Bildquelle: Thomas RabschFür den Auftakt hat sich das Schauspielhaus einen schweren Stoff ausgesucht: Heinrich von Kleists rund 200 Jahre altes Drama "Prinz Friedrich von Homburg". Darin geht es um Macht, Gehorsam und Zivilcourage in Zeiten des Krieges.
Karlaganis übernimmt ein gut aufgestelltes Theater
Die Voraussetzungen für den neuen Intendanten sind gut - und die Erwartungen entsprechend hoch. Das Schauspielhaus ist beliebt, viele Aufführungen sind schon lange im Voraus fast ausverkauft. Auch das Gebäude wurde umfassend saniert.
Das Düsseldorfer Schauspielhaus von außen.
Bildquelle: Helge DrafzKarlaganis tritt die Nachfolge von Wilfried Schulz an, der das Schauspielhaus zehn Jahre lang geleitet hat. An dessen Arbeit will der neue Generalintendant anknüpfen und mit unterschiedlichen Angeboten möglichst weite Teile der Bevölkerung ins Theater locken. Der gute Ruf des Schauspielhauses habe ihm dabei geholfen, eine Reihe guter Schauspieler nach Düsseldorf holen zu können.
Vom Schweizer Theater ins Rheinland
Für viele Theaterfreunde in Düsseldorf dürfte Andreas Karlaganis noch ein neues Gesicht sein. Der 1975 geborene Schweizer war bisher vor allem in Österreich und der Schweiz tätig. Jetzt lernt er NRW und die Kulturszene der Landeshauptstadt kennen.
"Jetzt entdecke ich NRW und Düsseldorf und man merkt, was hier für eine unglaubliche Kulturlandschaft ist." Andreas Karlaganis, neuer Intendant am Schauspielhaus Düsseldorf
Die rheinische Mentalität möge er, sagt Karlaganis - gerade weil er als Schweizer eher zurückhaltend sei. In Düsseldorf komme man schnell mit den Menschen ins Gespräch. Für einen Theatermann sei das wichtig.
Viele Premieren in der neuen Spielzeit
Viel Zeit zum Ankommen bleibt ohnehin nicht. Direkt am Abend nach der Spielzeiteröffnung mit dem Kleist-Drama steht die nächste Premiere an: "Fanny und Alexander" aus der Feder des schwedischen Filmregisseurs Ingmar Bergman. Bergman hatte die Geschichte bereits 1982 selbst verfilmt.
Das Kleist-Drama und vieles mehr erwartet die Zuschauer.
Bildquelle: Thomas RabschAuch darüber hinaus ist der Spielplan breit aufgestellt. Geplant sind Klassiker, Bearbeitungen historischer Stoffe und zeitgenössische Werke – darunter ein aktuelles Stück der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek.
Neues Theaterfestival zu Heinrich Heine
Ein weiteres neues Format steht im April 2027 an: Dann veranstaltet das Schauspielhaus ein internationales Theaterfestival, das dem Werk und Nachwirken von Heinrich Heine gewidmet ist.
Das Festival soll unterschiedliche Kunstformen zusammenbringen: von Theater und Tanz über Musik und Performance bis hin zu Literatur und Theorie. Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Regionen der Welt sollen dabei Arbeiten aus ihren jeweiligen politischen, kulturellen und historischen Kontexten nach Düsseldorf bringen.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Andreas Karlaganis, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 18.09.2026, 19:30 Uhr
