Malaria-Fälle am Frankfurter Flughafen
WDR. 4 Min. 9 Sek.. Verfügbar bis 18.09.2028.
Wie groß ist die Gefahr für NRW? : Todesfälle durch Malaria in Frankfurt
Stand:
Ein weiterer Mensch ist in Frankfurt an Malaria gestorben – es ist bereits der dritte Todesfall in diesem Jahr, der mit dem Frankfurter Flughafen in Verbindung steht. Wie groß ist die Gefahr an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen?
Die verstorbene Person lebte nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. Sie hatte zuvor weder ein Malaria-Gebiet bereist noch am Flughafen gearbeitet. Das Frankfurter Gesundheitsamt vermutet, dass die Infektionen durch eine eingeschleppte Anopheles-Mücke verursacht worden sein könnten. Die Mücken können mehrere Kilometer weit fliegen.
Nur ein theoretisches Risiko
Professor Thorsten Feldt sagt: Menschen in NRW müssen sich aktuell keine Sorgen machen. Er leitet den Bereich Tropenmedizin an der Uniklinik in Düsseldorf. So etwas könne unter Umständen auch rund um den Düsseldorfer Flughafen passieren, die Voraussetzungen seien dort aber deutlich anders als in Frankfurt.
Theoretisch gibt es das Risiko hier in Düsseldorf und im Umland auch. Der Frankfurter Flughafen hat allerdings die Besonderheit, dass dort besonders viele Direktflüge aus Malaria-Gebieten ankommen. Das sind eben überwiegend Regionen in Afrika. Das haben wir in NRW in einem deutlich geringeren Umfang. Prof. Thorsten Feldt, Tropenmediziner Uniklinik Düsseldorf
Flughafen Düsseldorf sieht kein Risiko
Auch am Flughafen Düsseldorf sieht man aktuell kein Gesundheitsrisiko. Für den Umgang mit Infektionsfällen oder biologischen Gefahren gebe es dort entsprechende Abläufe. Der Flughafen steht nach eigenen Angaben regelmäßig mit dem Düsseldorfer Gesundheitsamt und anderen Fachbehörden in Kontakt. Dabei behielte man auch die Entwicklungen in Frankfurt im Blick.
Köln/Bonn - keine Flüge in Malaria-Gebiete
Am Flughafen Köln/Bonn gibt es nach Angaben des Betreibers derzeit keine Passagier- oder Frachtflüge in Tropen- oder Malaria-Gebiete. Demnach ist das Risiko also nicht groß, dass ein Flugzeug dort eine der betroffenen Mücken an Bord hat.
Die gefährlichste Form: Malaria tropica
Vor allem die Malaria tropica, die gefährlichste Form der Malaria, kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Das Problem: Die Krankheit wird oft erst spät erkannt. Typisch sind Fieber, Schüttelfrost und Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu können Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, damit Malaria gut behandelt werden kann.
Es ist wichtig , dass die Ärztinnen und Ärzte sensibilisiert sind und an die Möglichkeit einer Malaria denken - vor allen Dingen auch im Umfeld der Flughäfen und bei Flughafenmitarbeitern. Bei fieberhaften Erkrankungen sollte dann generell die Malaria in Betracht gezogen und eine Diagnostik veranlasst werden. Prof. Thorsten Feldt, Tropenmediziner Uniklinik Düsseldorf
Unsere Quellen:
- Mitteilung des Flughafens Düsseldorf
- Mitteilung des Flughafens Köln/Bonn
- WDR-Gespräch mit Prof. Thorsten Feldt
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 17.09.26, 21:45 Uhr