Läufer in Sportkleidung auf einem Schotterweg

Ultra-Lauf in Düsseldorf: Wer zuletzt läuft, hat gewonnen.

Bildquelle: WDR/Annika Müller

Last Man Standing Run Hier rennen fast 50 Menschen bis zur Erschöpfung

Stand:

Dieser Lauf in Düsseldorf beginnt jede Stunde von vorn. Sechs Kilometer durch den Südpark, bis nur noch einer steht. Wer tut sich das an?

Von Annika Müller, Julian Piepkorn

Mehr als drei Mal einen Marathon laufen, innerhalb von 22 Stunden? Das hat Läufer Christian Jakl im vergangenen Jahr zum Sieger beim Last Man Standing Run in Düsseldorf gemacht. Auch an diesem Wochenende laufen wieder insgesamt 46 Sportler auf einem Rundkurs durch den Südpark. Geplante Dauer: maximal 60 Stunden.

Eine Frau in Sportkleidung

Samanta Schydlo will "mal gucken, was der Körper schafft"

Bildquelle: WDR / Annika Müller

"Ich hasse Laufen", ist deshalb nicht die Antwort, die man von Teilnehmerin Samanta Schydlo erwarten würde. Bei ihrem ersten Lauf 2024 hatte sie noch nicht mal Laufschuhe dabei und nur vier Runden geschafft, im vergangenen Jahr musste sie wegen Wadenkrämpfen aufgeben. Jetzt habe sie sich besser vorbereitet, erzählt sie. Sie will gucken, was ihr Körper schafft.

Körperliche und mentale Ausdauer-Challenge

Die Regeln sind so einfach wie brutal: Die sechs Kilometer lange Runde muss jede Stunde absolviert werden. Wer es nicht schafft, scheidet aus. Bis nur noch ein letzter Mann oder eine letzte Frau steht – Last Man Standing. Der besondere Lauf ist eine körperliche und mentale Ausdauer-Challenge.

Organisiert haben das Laufevent die Düsseldorfer Alexander Konrad und Leon Vettermann, die in ihrer Freizeit selbst Extremsportler sind. Seit 2024 gibt es den extremen Dauerlauf, bei dem es nicht unbedingt um Schnelligkeit, sondern vor allem ums Durchhalten geht. Im Schnitt brauchen die Läufer zwischen 45 und 52 Minuten für die Runde. Die restliche Zeit ist Erholungspause, bevor sie zur vollen Stunde wieder an der Startlinie stehen müssen.

Zwei Männer stehen nebeneinander

Leon Vettermann und Alexander Konrad (l.) veranstalten den "Last Man Standing Run".

Bildquelle: WDR / Annika Müller

Das Ziel sei, "die Person zu finden, die mental am stärksten ist und am längsten durchhalten kann, um alle auszustechen", sagt Organisator Vettermann. Am Ende gehe es aber auch um gegenseitige Unterstützung und darum, über sich selbst hinauszuwachsen.

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Irgendwann weiß man nicht mehr, wie man heißt"

Jannik Jauer ist genau deshalb hier: Um an seine körperlichen Grenzen zu gehen. Im vergangenen Jahr schaffte er es mit 21 Runden und insgesamt 126 Kilometern auf Platz zwei. "Aber da war es auch wirklich vorbei. Mehr wäre da nicht drin gewesen", sagt der 32-Jährige aus Kamp-Lintfort. Sein Ziel dieses Jahr: Wieder die 21 Stunden schaffen. "Den Sieg habe ich erstmal gar nicht im Kopf, ich konzentriere mich da auf mich. Und dann schauen wir mal, wie weit es geht."

Mann in Sportkleidung läuft

Jannik Jauer hat im vergangenen Jahr den 2. Platz belegt

Bildquelle: WDR/Annika Müller

Die größte Challenge: Kraft aufsparen, sagt Jauer. Er will die Runde in 45 Minuten schaffen, dann bleiben ihm 15 Minuten Pause. "Weil sonst der Körper runterfährt, wenn man zu lange Pause macht", sagt er. Aber warum tut man sich das Ganze überhaupt an?

"
Man kommt irgendwann in Sphären, da weiß man nicht mehr, wie man heißt oder hinterfragt Dinge. Das ist ein ganz anderes Gefühl im Kopf. Ich mag es, den Körper so ans Limit zu bringen." Jannik Jauer, Extremläufer

Zuschauer können beim Ultra-Lauf in Düsseldorf anfeuern

Die Idee haben die beiden Düsseldorfer vom US-amerikanischen Extremlauf Backyard Ultra. Hier ist die Strecke mit 6,7 Kilometern noch etwas länger als in Düsseldorf. Einer der besten Backyard-Ultraläufer Deutschlands kommt übrigens aus Wuppertal: Ello ist mit 93 Runden in vier Tagen über 600 Kilometer gelaufen.

Die Sportler im Düsseldorfer Südpark freuen sich auf jeden Fall übers Anfeuern an der Strecke. Zuschauer können sogar eine Runde mitlaufen. In den Pausen sitzen die Extremläufer alle zusammen, trinken Cola und massieren sich gegenseitig die schmerzenden Beine. Teilnehmerin Samanta Schydlo will mindestens bis zur Pizza durchhalten, die gibt es schon ab 17 Uhr. Zu dem Zeitpunkt wäre sie dann schon eine Marathondistanz gelaufen.

Last Man Standing Run: Rennen bis zur Erschöpfung

WDR 19.09.2026 24 Sek. Verfügbar bis 19.09.2028 WDR Online

Last Man Standing Run: Rennen bis zur Erschöpfung

WDR 19.09.2026 1 Min. 10 Sek. Verfügbar bis 18.09.2028

Unsere Quellen:

  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
  • Interview mit Organisator Leon Vettermann
  • Interview mit Läufer Janik Jauer
  • Interview mit Läuferin Samanta Schydlo
  • Gespräch mit Teilnehmenden vor Ort
  • Instagram-Account " Last Man Standing Run Düsseldorf"
  • Vorherige Berichterstattung auf WDR.de

Sendung: WDR.de, Last Man Standing Run: Rennen bis zur Erschöpfung, 19.09.2026, 15:58 Uhr
Sendung: WDR2 Regional, 19.09.2026, 12:30 Uhr

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