Barbara Schulze ist seit fast 70 Jahren Mitglied im Düsseldorfer Segler-Verein. "Hier bewegt sich nichts mehr. Das sitzt hier im Schlamm wie einbetoniert", sagt Schulze, die in einem ausgetrockneten Volmerswerther Jachthafen steht und an ihrem Segelboot "Fussnelda" rüttelt. Für die erfahrene Seglerin eine ungewohnte und außergewöhnliche Situation.
"Ich habe den Rhein schon mit Eisschollen gesehen als Kind, dass hier jemand Schlittschuh lief. Ich kenne Hochwasser, die bis zum Deich ging. Aber gestanden in diesem Hafen habe ich wirklich noch nie." Barbara Schulze
Die Rentnerin mache sich Sorgen, dass so eine Extremsituation in den nächsten Jahren häufiger vorkommen könnte.
Schiffe mussten vor Wochen die "Flucht" ergreifen
Seit ihrem sechsten Lebensjahr kennt sie diesen Hafen, aber so eine gespenstische Stimmung hat sie noch nie erlebt. Andere Schiffe, die sonst im Volmerswerther Jachthafen liegen, hätten schon vor einigen Wochen die "Flucht" ergriffen. Daher sei der Hafen aktuell so leer. Die anderen Schiffe seien in Holland unterwegs oder würden in Neuss liegen. Laut Schulze wurde dort im Frühjahr noch gebaggert, so dass es dort noch tief genug für Boote sei.
Im Jachthafen Volmerswerth ist kein Tropfen Wasser mehr zu sehen.
Bildquelle: WDR / Joscha Weidenfeld"Die Segelaktivität hat sich, weil jetzt auch Ferienzeit ist, eher an die Küste verlagert, also an die Ost- und Nordsee. Einige haben ihre Boote auch an der Atlantikküste. In Frankreich wird noch mit unserer Flagge gesegelt. Bei uns hängt sie momentan nur noch traurig. Hier kann man höchstens noch die Geselligkeit pflegen. Sich treffen und ein bisschen Schnacken. Das ist es im Moment", sagt Schulze.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräch mit Barbara Schulze
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 12.08.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR.de, Jachthafen Volmerswerth komplett ausgetrocknet, 12.08.2026, 18:12 Uhr