Graffiti-Legende Boris Tellegen bemalt eine Hausfassade am Worringer Platz

Bildquelle: WDR

03:16 Min. Verfügbar bis 20.08.2028

Streetart in Düsseldorf Graffiti-Star bemalt riesengroße Haus-Fassade

Stand:

Streetart in Düsseldorf: Graffiti-Legende Boris Tellegen verwandelt eine graue Fassade am Worringer Platz in ein Kunstwerk.

Von Florian Zeeh

Der Hubsteiger wackelt spürbar in zwölf Metern Höhe über dem Asphalt. Am Worringer Platz ist es noch still, als Graffiti-Künstler Boris Tellegen und sein Assistent Mark Oosting den Korb besteigen. Es ist gerade einmal halb fünf Uhr morgens. Die beiden fangen extra so früh an, denn am Nachmittag wird die Sommerhitze an der Wand unerträglich sein.

Der Niederländer ist in der Streetart-Szene eine echte Legende. Unter seinem Künstlernamen DELTA prägt er bereits seit den 1980er-Jahren die europäische Graffiti-Bewegung. Nun verpasst er einer riesigen Fassade an der Worringer Straße ein völlig neues Gesicht. Aus einer winzigen Skizze in seinem Notizbuch entsteht in fünf Tagen ein monumentales Kunstwerk.

Wie eine optische Täuschung.

Wie eine optische Täuschung.

Bildquelle: WDR

Ein Spiel mit der Perspektive am Worringer Platz

Wie viele von DELTAs Werken spielt auch dieses Wandbild am ehemaligen Hotel Friends mit Perspektive und Fluchtpunkt. Das Auge wird getäuscht, die flache Wand wirkt plötzlich plastisch. "Es ist fast wie zwei große Löcher im Gebäude, in eine andere Dimension", erklärt der Künstler seine Idee. "Es ist ja immer eine ganz andere Welt hinter der Oberfläche."

Bunte Häuserfassade am Worringer Platz

Das Mural, so heißen diese riesigen Wandgemälde, entsteht im Rahmen des W4 Urban Art Festivals. Das Festival möchte allen Menschen den kostenlosen Zugang zu Kunst in der Stadt ermöglichen. Ganz ohne Eintrittskarte und mitten im oft grauen Düsseldorfer Stadtbild. Das Konzept geht auf, denn an dieser viel befahrenen Kreuzung sieht man das Graffiti aus fast allen Richtungen.

Vergängliche Graffiti-Kunst

Auch extremes Wetter mit plötzlichem Starkregen nach der Hitze konnte das kleine Team nicht stoppen. Am Ende ist das Werk pünktlich fertig geworden. Dass Sonne und Regen die Farben in ein paar Jahren verblassen lassen oder neue Eigentümer sie überstreichen, stört den Künstler überhaupt nicht. Er nimmt das Ganze völlig gelassen.

Skizze mit Klebeband am Bedienfeld des Korbs festgeklebt

Aus einer kleinen Skizze wird ein riesengroßes Kunstwerk.

Bildquelle: WDR

"Nichts hält ewig, Städte wandeln sich ständig", sagt er mit einem Lächeln. Wenn das Bild irgendwann weg ist, sei das völlig in Ordnung. Denn jetzt in diesem Moment ist das Graffiti gut sichtbar und verändert das Viertel zum Positiven, so seine Hoffnung. Und die Düsseldorfer können sich beim täglichen Weg zur Arbeit über diese ganz besondere bunte Fassade freuen.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort.
  • Interview mit Boris Tellegen
  • Interview mit Jan Herrmann

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 20.08.2026, 19.30 Uhr 

Weitere Beiträge aus Düsseldorf

1 / 2