Veranstalter reagiert nach Kritik an Open-Air-Park
WDR. 13.07.2026. 05:15 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
80.000 Fans feierten vergangenen Freitag die Metalband System of a Down bei der Premiere des Open-Air-Parks Düsseldorf. Trotz guter Festivalstimmung auf dem Gelände gibt es viel Kritik von Fans - vor allem an der Organisation.
Verkehrschaos, schlechter Empfang und Probleme mit Getränken
Viele Besucher berichteten später von massiven Problemen bei der An- und Abreise von dem Gelände, sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn. Das Konzert fiel dabei ausgerechnet in die Zeit der Streckensperrung nach einem Brandanschlag zwischen Düsseldorf und Köln. Andere Fans hatten laut Veranstalter D.Live kein Parkticket gebucht und mussten deshalb umgeleitet werden. Das sorgte für weiteren Stau.
Besucherinnen und Besucher auf dem Weg zum Konzert
Zudem war das Handynetz teilweise so stark ausgelastet, dass einige Besucher keinen Empfang hatten und ihre digitalen Tickets nicht aufrufen konnten. Glück hatte, wer sich vorsorglich einen Screenshot seines Tickets gemacht hatte.
Fan berichtet: "Man denkt, lass jetzt hier bitte nichts passieren"
Thomas Wolter war am Freitag auch bei der Premiere dabei. Er ärgert sich über einiges, was er beobachtet hat. "Vorweg: Die Musik war super", stellt der 45-jährige Kölner klar. Aber auch er berichtet von einer ewig langen An- und Abreise, von Problemen mit ungeschulten Ordnern, schlechter Beschilderung und von Engstellen auf dem Gelände, bei denen er in der Menschenmasse gar kein gutes Gefühl gehabt habe, sondern nur gehofft habe, dass nichts Schlimmes passiert.
Konzertbesucher Thomas Wolter aus Köln
Problematisch sei aber auch die Getränkesituation gewesen. "Der erste Getränkestand hatte zu, der zweite war komplett überlaufen, der dritte hatte nur noch Bier", erzählt der 45-Jährige. Die Leute seien dementsprechend genervt gewesen und die Stimmung sei kurz davor gewesen zu kippen. Zwar habe es auch Wasserstellen gegeben, die wären aber vor allem weiter außerhalb platziert gewesen.
"Es kann nicht sein, dass man dehydriert von dem Konzert weggeht. Wir waren am Ende wirklich komplett fertig." Konzertbesucher Thomas Wolter aus Köln
Fans lassen Frust auch in den Sozialen Medien freien Lauf
Ähnlich klingt die Kritik in den Sozialen Medien: Ein User berichtet z.B. auf Reddit: "Konzert an sich war gut, die Band hat prima abgeliefert." Aber abschließend unter seinen Kritikpunkten: "Der vom Open-Air-Park geschaffene Rahmen war auf jeden Fall keinem der auftretenden Künstler würdig." Ein anderer schreibt: "Die Band war absolut großartig. Alles andere war absolut schrecklich."
Veranstalter D.Live reagiert - und will an "Stellschrauben drehen"
Grundsätzlich nehme man das Feedback der Besucher sehr ernst und wolle für die Veranstaltung am kommenden Wochenende nachjustieren, zum Beispiel bei der Beschilderung und der allgemeinen Kommunikation.
Für das Mobilfunknetz habe man schon für vergangenen Freitag zusätzliche Funkmasten aufgestellt. Trotzdem empfehle man, sich das Ticket schon zu Hause herunterzuladen, auch für die weiteren Konzerte im Open-Air-Park. Man arbeite aber zusätzlich auch noch daran, fürs kommende Wochenende - wenn OneRepublic kommt - weitere WLAN-Repeater zu nutzen.
In Bezug auf die Getränke beschwichtigt D.Live. Viele Besucher hätten sich einfach an die Stände am Einlass begeben, während viele auf der anderen Seite des Geländes noch nicht so voll gewesen seien. Dagegen habe es "berechtigte Kritik in Bezug auf den Verkehr" gegeben. Da wolle man nun analysieren, was schief gelaufen ist und für die nächsten Konzerte Stück für Stück besser werden.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
- Stellungnahme des Veranstalters D.Live
- Interview mit Konzertbesucher Thomas Wolter aus Köln
- Social-Media-Beiträge auf Instagram und Reddit
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 13.07.2026, 18:09 Uhr