Wo genau das Gerät mit der neuen Technologie steht und wie es aussieht: Das ist ein Geheimnis. Auch unser WDR-Reporter durfte es nicht sehen - aus Sicherheitsgründen, wie die Rheinbahn erklärt. Aber sie darf erklären, was die neue Technologie tun soll.
Eine sogenannte "Koppelspule" überträgt sicherheitsrelevante Informationen zwischen Strecke und Bahn. Sie überwacht die Technik und beispielsweise die Geschwindigkeit der Züge. Dadurch soll das Risiko menschlicher Fehler reduziert und der Fahrbetrieb sicherer werden.
Das Ganze funktioniert ähnlich, wie das kabellose Laden eines Smartphones, erklärt die Rheinbahn: Die Spule liegt im Gleis. Dazu gibt es einen Gegenpart in der Straßenbahn. Fährt die Bahn über die Spule, werden Infos an das Sicherungssystem der Straßenbahn übertragen.
Immer wieder schwere Unfälle in den letzten Monaten
In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Bahnunfällen in Düsseldorf, beispielsweise auch auf der Strecke nach Holthausen. Hier war Ende 2025 ein Fahrzeug der Rheinbahn entgleist, mutmaßlich wegen einer falsch gestellten Weiche. Diese Unfälle sollen jetzt aber der Vergangenheit angehören, sagt Christian Finke von der Rheinbahn.
"Jeder schwere Unfall verpflichtet uns, besser zu werden. Deshalb setzen wir die Erkenntnisse nicht irgendwann um, sondern konsequent und so schnell wie möglich." Christian Finke, Vorstand für Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn
Eine sogenannte Koppelspule soll für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen.
Bildquelle: WDR / Tolga SertFahrerinnen und Fahrer sollen durch das neue System mit Ton- und Lichtsignal gewarnt werden, wenn eine Bahn zu schnell fährt. Reagiert das Fahrpersonal nicht, kann das System selbstständig weiteres Beschleunigen verhindern oder eine automatische Bremsung einleiten.
"Mit der neuen ZUB-Koppelspule schaffen wir eine zusätzliche technische Sicherheitsebene, die unsere Fahrerinnen und Fahrer unterstützt und Risiken frühzeitig minimiert." Christian Finke, Vorstand für Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn
Ersetzen soll die Technik den Menschen im Führerhaus aber nicht, sagt Finke. Die Fahrerinnen und Fahrer blieben weiterhin unverzichtbar.
Holthausen als Testbetrieb
Zum Einsatz kommt die Koppelspule zunächst testweise auf der Strecke nach Holthausen. Für die Technik sind entsprechend ausgestattete Bahnen nötig. Durch die gewonnenen Erfahrungen soll der Einsatz der Technologie im Stadtbahnnetz bewertet werden, heißt es von der Rheinbahn. Langfristig soll die Technik dann auch auf weiteren Strecken eingesetzt werden.
Der Streckenabschnitt in Holthausen eigne sich besonders, weil die Gleise dort offen und nicht im Asphalt verlegt sind. Dadurch lässt sich die Technik schneller und mit weniger Aufwand einbauen als auf anderen Strecken.
Teil der Rheinbahn-Sicherheitsstrategie 2030
Geplant wurde die Anlage von Mitarbeitenden der Rheinbahn. Vor der Inbetriebnahme wurde sie in der Werkstatt auf dem Betriebshof Heerdt und bei Testverfahren geprüft.
Die Rheinbahn plant zahlreiche Maßnahmen, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und den Fahrbetrieb weiter zu verbessern. Als Teil ihrer Sicherheitsstrategie ist auch der Ausbau moderner Infrastruktur, Kollisionswarnsysteme und intelligentere Fahrzeugtechnik geplant.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Rheinbahn
- Schriftliche Antwort der Rheinbahn auf Fragenkatalog
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Mehr Sicherheit durch geheimes Gerät, 07.08.2026, 17:15 Uhr