Sie ist nur 180 Meter lang, 50 Meter breit und kann in zehn Minuten umrundet werden. Für Miriam Wiskemann ist die kleine Insel Marsten dennoch das Highlight einer ganzen Schwedenreise gewesen. Denn seit Juni 2026 darf sie sich Inselverwalterin nennen und vor einer Woche hat sie ihre Insel zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen: "Es war total surreal, sie in echt zu sehen und nicht nur über Google Maps. Mein erster Eindruck war, dass sie doch größer ist, als ich sie mir vorgestellt habe", sagt Wiskemann.
Einsame Insel als Gewinn
Es ist nicht einfach auf die Insel Marsten zu kommen.
Bildquelle: Miriam WiskemannEs war gar nicht so leicht auf ihre eigene Insel zu kommen. Das Wetter war regnerisch und stürmisch, zwischendurch hatte die Studentin auch Angst auf dem Motorboot seekrank zu werden. Endlich angekommen wartete schon das nächste Problem: Die Insel hat gar keinen Steg. Das kleine Stück Land ist nämlich unbewohnt und dient den Fischern lediglich zur Orientierung.
Wiskemann musste durch das Wasser waten und rutschige Steine überwinden, doch die Mühe hat sich gelohnt: Die 27-Jährige steht endlich auf ihrer eigenen Insel und passenderweise lässt sich auch die Sonne blicken. Ideale Voraussetzungen also für eine "Fika" – eine schwedische Kaffeepause mit Zimtschnecken.
Schweden hat die meisten Inseln der Welt
Marsten ist neun Kilometer vom schwedischen Städtchen Falkenberg entfernt und sie ist eine von über 260.000 Inseln. Um auf die zahlreichen Inseln aufmerksam zu machen, vergibt Schweden für fünf Inseln jeweils ein einjähriges Nutzungsrecht. Wiskemann wusste sofort, dass sie sich bewerben möchte.
"Ich bin ein großer Schweden-Fan und eine eigene einsame Insel zu haben und darauf zu stehen ist eine schöne verträumte Vorstellung, die ich habe." Miriam Wiskemann, Verwalterin Insel Marsten
Studentin überzeugt mit Bewerbungsvideo
Die Erinnerungen an die Insel möchte sie künstlerisch festhalten.
Bildquelle: WDR / Juliette NicholsWiskemann setzte sich gegen mehr als 2.000 Bewerber aus aller Welt durch. Bis zum 31. Mai 2027 ist sie die Inselverwalterin. Einen offiziellen Vertrag zur Inselnutzung gab es auch, aber so richtige Pflichten habe sie nicht, das Amt sei eher repräsentativ, sagt die Studentin. Und in Schweden gilt das Jedermannsrecht, das sogenannte "Allemansrätten". Jeder darf also Wiskemanns Insel betreten.
Mit viel Inspiration zurück nach Düsseldorf gereist
Doch der Gedanke eine Insel zu besitzen, mache sie glücklich, so Wiskemann. Auch wenn das nur symbolisch sei. Von den Erinnerungen an diese kleine Insel mit der rauen Natur wird sie noch lange zehren. Die malerischen Motive hält die Design-Studentin auf Aquarellpapier fest. Auch ihre eigene kleine Flagge möchte sie entwerfen und wenn sie im Frühjahr das nächste Mal zu ihrer Insel reist, wird diese dann auch gehisst.
Unsere Quellen
- Gespräch mit Miriam Wiskemann
- Webseite Visit Sweden
Sendung: wdr.de, Studentin betritt erstmals "ihre" Insel in Schweden, 09.09.2026, 19 Uhr