Yoga auf dem Wasser: Die perfekte Kombi?

Bildquelle: WDR/Ronja Henke

WDR 2 Min. 31 Sek. Verfügbar bis 19.08.2028

Yoga auf dem Wasser Wenn der "herabschauende Hund" plötzlich wackelt

Stand:

Yoga mal anders: Auf dem Unterbacher See in Düsseldorf wird das Stand-up-Paddleboard zur wackeligen Yogamatte und jeder Ausfallschritt zur Challenge.

Herabschauender Hund, Krieger 1, Krieger 2 - eigentlich vertraute Yogaübungen. Doch in Düsseldorf am Unterbacher See gibt es heute einen entscheidenden Unterschied: Die Yogamatte bleibt an Land. Stattdessen geht es mit dem SUP-Board aufs Wasser.

Sieben Teilnehmerinnen versuchen, auf ihren Boards die Balance zu halten. Eine von ihnen: Antje Christophersen. Sie macht seit rund zehn Jahren Yoga und ist schon öfter Stand-up-Paddeln gewesen. Die Kombination aus beidem probiert sie heute zum ersten Mal: "Stand-up-Paddeln finde ich ganz spannend, nur manchmal etwas langweilig. Und dann dachte ich: Die Kombi ist eine neue Erfahrung."

Erstmal Yoga an Land - und dann ab aufs Wasser

Bevor die Boards zu Wasser gelassen werden, gibt es eine kleine Yogaeinheit und eine Einführung. Heute steht der "Basic"-Kurs auf dem Programm.

Eine Gruppe steht vor einer Frau und hört ihr zu. Zu ihren Füßen liegen SUP-Boards.

Je besser man den Umgang mit den SUP-Boards versteht, desto leichter fallen einem später die Yogaübungen darauf.

Bildquelle: WDR/Ronja Henke

Kursleiterin Leia Koeppe ist Surflehrerin und unterrichtet seit vier Jahren auch SUP-Yoga. Erst einmal geht es um die Grundlagen: aufwärmen, Gleichgewicht trainieren, die richtige Position auf dem Board finden. Danach wird erklärt, wie das Board mit einem Anker an seinem Platz gehalten wird.

Denn auf dem Wasser gelten andere Regeln als auf der Yogamatte: "Die Besonderheit beim Yoga auf dem Wasser ist, dass man noch mal eine ganz andere Körperspannung braucht", erklärt Leia Koeppe.

"Beim Yoga auf dem Wasser merkt man die Tiefenmuskulatur ganz besonders." Leia Koeppe, Kursleiterin

Wenn die Boards ins Wasser geschoben werden, beginnt für die Teilnehmerinnen der spannendste Teil des Kurses. Denn Yoga haben sie alle schon drauf, sie suchen heute eine neue Challenge für sich.

"Wenn ich den herabschauenden Hund auf dem Wasser hinkriege, bin ich schon sehr glücklich." Sarah Große-Tebbe, Teilnehmerin

Der Unterbacher See wird zur Yogamatte

Beim SUP-Yoga treffen zwei Bewegungsformen aufeinander: Yoga und Stand-up-Paddling. Die ruhigen Bewegungen des Yoga müssen dabei mit den ständigen kleinen Bewegungen des Wassers in Einklang gebracht werden. "Yoga ist eh schon ein dynamischer Sport, das Wasser auch", sagt Kursleiterin Leia Koeppe. "Man muss gucken: Wie kann ich das Board bewegen, wie kann ich den Körper auf dem Board bewegen und wie kann ich das miteinander verbinden?"

Eine Frau steht auf einem Steg und lächelt in die Kamera

Für Leia Koeppe ist der Unterbacher See ihr Traumarbeitsplatz.

Bildquelle: WDR/ Ronja Henke

Genau das macht die Übungen anspruchsvoller, denn das Board reagiert auf jede Bewegung. Dazu kommen Wind und Wellen. Für Silvia Mann wird das schnell deutlich. Die Buchhalterin macht seit fünf Jahren Yoga und geht außerdem einmal pro Woche Stand-up-Paddeln. Zum Geburtstag hat ihre beste Freundin ihr den SUP-Yoga-Kurs geschenkt.

"Es ist auf jeden Fall wesentlich anstrengender", sagt sie nach dem Kurs. "Man braucht mehr Körperspannung. Ich bin auch einmal reingefallen, weil ich ein bisschen übermütig wurde. Aber das war auch nicht schlimm."

Mehr Balance, mehr Körperspannung, mehr Achtsamkeit

Auch Antje Christophersen landet zwischendurch im Wasser. Den "herabschauenden Hund" schafft sie. Beim "Krieger" wird es aber dann deutlich wackeliger. "Die Herausforderung ist schon, das Gleichgewicht zu halten, weil das Board sich bewegt. Das ist mir auch nicht immer gelungen", sagt sie lachend.

Menschen machen auf einem SUP-Board Yoga

Dadurch, dass man sich auf dem Wasser langsamer bewegen muss, wird die Yoga-Stunde entschleunigender.

Bildquelle: WDR/Ronja Henke

Für Sarah Große-Tebbe hat das Wackeln aber auch einen positiven Effekt: "Man merkt schon, dass man dann auch ein bisschen langsamer machen muss. Statt schnell von einer Position in die nächste zu wechseln, wird jede Bewegung bewusster."

Stand-up-Paddling und Yoga: Aus zwei macht eins

SUP-Yoga ist aus dem Stand-up-Paddling entstanden. Stand-up-Paddling selbst hat seine Wurzeln in Hawaii. Die Kombination aus Yoga und Paddelboard wurde Anfang der 2010er-Jahre vor allem in den USA populärer. Inzwischen findet die Sportart auch hierzulande ihre Fans.

Statt geschlossener Räume, künstlichem Licht und einer Yogamatte gibt es Wasser, Weite und Natur. Und wenn man doch einmal das Gleichgewicht verliert, wartet keine langweilige Yogamatte auf einen, sondern eine kleine Erfrischung.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Leia Koeppe
  • Gespräch mit Sarah Große-Tebbe
  • Gespräch mit Antje Christophersen
  • Gespräch mit Silvia Mann
  • Beobachtungen WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 19.08.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Düsseldorf

1 / 2