Wer nach der vergangenen Hitzewelle im Juni mit Krankenhauspersonal gesprochen hat, weiß: Die Temperaturen von mehr als 40 Grad haben dort für eine außergewöhnlich hohe Belastung gesorgt. Immer wieder hörte man, dass diese Tage wie ein "Massenanfall von Verletzten" (MANV) zu managen waren. Das ist ein fester Begriff aus der Notfallmedizin, um die Rettung zum Beispiel bei schweren Unfällen zu organisieren.
Extremtemperaturen stellten Uniklinik vor neue Herausforderungen
Auch die Uniklinik Düsseldorf hat das damals so wahrgenommen und dementsprechend reagiert. Genau genommen wurde dort nicht der MANV ausgelöst, sondern der MANE. Das steht für "Massenanfall von Erkrankten", das Prozedere ist aber ähnlich.
Konkret wurde deshalb mehr Personal aus dem Wochenende geholt. Außerdem wurde eine Sichtungsstation eingerichtet, genau da, wo die Rettungswagen ankommen.
Allerdings war dieser Fall alles andere als Routine für die Mediziner. "Die Gesamtzuweisung lag bei der Hitzewelle fast doppelt so hoch wie beim Wochenende davor", erklärt Tobias Pott, der Pressesprecher der Düsseldorfer Uniklinik. "Das haben wir so in dieser Form noch nicht erlebt in der Notaufnahme in Bezug auf Hitze."
Rettungsdienst-Patienten an den Hitzetagen im Vergleich zum normalen Wochenende
Anders als nach einem größeren Unfall hielt die hohe Zahl der Einweisungen über mehrere Tage an. Und: Die Krankheitsbilder waren in dieser Häufung neu, darunter Hitzschläge, Dehydrierungen und Kreislaufkollapse.
Für die Zukunft hat die Düsseldorfer Uniklinik ihr Notfall-Management deshalb angepasst. "Da schauen wir stärker auf diese Krankheitsmuster", sagt Pott. Der Sichtungsarzt achtet also stärker zum Beispiel auf klassische Symptome eines Hitzschlages. Diese Anpassung sei neu in die Pläne aufgenommen worden.
Viele Klinikräume haben keine Klimaanlage
Außerdem bereitet sich das Personal der Düsseldorfer Uniklinik mit den Erfahrungen aus der letzten Hitzewelle darauf vor, Patienten schnell runterkühlen zu müssen. "Das ist etwas, wo man viel Zeit gewinnen kann", erklärt Pott.
Eine andere Herausforderung kann die Düsseldorfer Uniklinik (wie viele andere Krankenhäuser auch) nicht so schnell lösen. In einigen Bereichen wie Notaufnahme, OPs und Intensivstationen sind zwar Klimaanlagen verbaut. Andere Räume wie die Stationen sind der Hitze aber oft ausgeliefert. Schnell ändern lässt sich das nicht. "Das ist eine Situation, auf die wir uns neu einstellen müssen", sagt Uniklinik-Sprecher Pott.
Unsere Quellen:
- Universitätsklinikum Düsseldorf
- Gespräche mit Personal anderer Kliniken
Sendung: WDR.de, Uniklinik Düsseldorf rüstet sich für nächste Hitzewelle, 28.07.2026, 05:00 Uhr
