Ein großes Einkaufszentrum

Nach Opern-Aus Was wird aus dem ehemaligen Kaufhof in Düsseldorf?

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Eigentlich sollte der alte Kaufhof der neuen Oper weichen. Doch nach dem Opern-Aus ist die Zukunft des Gebäudes weiter offen.

Wenn es nach den Düsseldorferinnen und Düsseldorfern geht, die an diesem Morgen über die Schadowstraße spazieren, gehen die Ideen zur Zukunft des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes am Wehrhahn auseinander: Einen "Platz der Begegnung" für "Kunst und Kultur" wünscht sich Julia Bellinger. Gerd Opdenberg spricht sich in einer Straßenumfrage des WDR für eine Mischnutzung des Gebäudes durch Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten aus.

Stadt ohne konkreten Pläne nach Absage des Opernneubaus

Vor knapp sechs Jahren verließ die Kaufhof-Warenhauskette das Gebäude in der Düsseldorfer Innenstadt. Durchgehend genutzt wird es derzeit nur von einem Fahrradhändler, der sein Sortiment im Erdgeschoss des Gebäudes anbietet.

Nachdem die Stadt im Juni aus Haushaltsgründen die Absage des ursprünglich für das Kaufhof-Gelände geplanten Neubaus der Oper bekannt geben musste, gibt es bislang keine offiziell bekannten Pläne für die Zukunft. Auf Anfrage erkärte ein Sprecher, die Stadt lote derzeit "die Optionen für das Gelände am Wehrhahn" aus.

Highlight für Bürger und Touristen

Konkreter wird Bürgermeisterin Clara Gerlach (Grüne). Sie plädiert im Gespräch mit dem WDR für einen Erhalt des Gebäudes und skizziert ihre Idee: mit der Schaffung einer Dachterrasse könnte ein Highlight für Bürger und Touristen entstehen. Gerlach betont, dass diese allen Besuchern offen stehen müsse: "mit einem Kulturprogramm" und "mit der Möglichkeit, nichts kaufen zu müssen".

Bürgermeisterin Clara Gerlach im Volksgarten
"Wichtig ist, dass wir etwas Attraktives schaffen, das TouristInnen in die Stadt holt. Wir haben gar nicht so viele Dachterrassen in Düsseldorf und ich finde der Kaufhof eignet sich dafür hervorragend." Clara Gerlach, Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf

Musikschule bleibt am alten Standort

Erworben hatte die Stadt das Gebäude im Jahr 2024 für den Opern-Neubau für 132 Millionen Euro. Auch Musikbibliothek und Clara-Schumann-Musikschule sollten künftig hier unterkommen. Durch die Absage des Neubaus verbleibt die Zentrale der städtischen Musikschule an der Prinz-Georg-Straße.

Dem WDR erklärt die Stadt, dass "die enge Zusammenarbeit" zwischen Deutscher Oper am Rhein, Musikbibliothek und Musikschule auch ohne ein gemeinsam genutztes Gebäude fortgeführt würden. "Konzepte, Formate und Erkenntnisse" würden "an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst".

Zukunftsdiskussion wird Thema im Rat

Am Donnerstag tagt der Rat der Stadt das erste Mal seit der Sommerpause. In bislang zwei Anträgen wird es auch um die Zukunft des Kaufhofs gehen. Die AfD will beispielsweise prüfen lassen, ob Gesundheitsamt und Technisches Rathaus an den Wehrhahn verlagert werden könnten.

Darüber, wie es am Wehrhahn weitergehen wird, dürfte auch das weiterhin angespannte Budget der Stadt entscheiden. In dieser Woche werden die Haushaltsentwürfe für die Jahre 2027 und 2028 in den Rat eingebracht. Erst im Mai hatte die Kämmerei der Stadt eine teilweise Haushaltssperre in Höhe von 80 Millionen Euro verhängen müssen. Für die kommenden Jahre zeichnet sich weiter ein großes Minus ab - das bedeutet kaum Spielraum für große Investitionen am Wehrhahn.

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Passanten am Wehrhahn
  • Gespräch mit Clara Gerlach (Grüne)
  • Statement der Stadt Düsseldorf

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 21.09.2026, 19:30 Uhr

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