Rheinfähre Michaela II fährt eigentlich zwischen Meerbusch und Düsseldorf.
Bildquelle: WDR/Markus GrötersErst Mitte August war der Wasserstand des Rheins in Düsseldorf auf einen historisch niedrigen Wert gesunken: Der Pegelstand lag bei -1 Zentimeter. Für eine kurze Zeit ging es wieder bergauf. Doch der Regen der vergangenen Wochen hat offenbar nicht ausgereicht.
Im Moment liegt der Pegelstand in Düsseldorf bei 16 Zentimetern. Deswegen haben einige Fährbetriebe die Reißleine gezogen. Schon seit Samstag fährt die Fähre Zons-Urdenbach nicht mehr. Seit gestern macht auch die Verbindung zwischen Meerbusch-Langst und Düsseldorf-Kaiserswerth eine Zwangspause.
Frust bei den Fährbetreibern
Für Betreiber Hajo Schäfer waren die vergangenen Wochen ein einziges Auf und Ab. Weil sich der Wasserstand seit dem Sommer wesentlich erholt hatte, hat er zuletzt sogar darüber nachgedacht, wieder schwerere Fahrzeuge auf seiner Fähre von Meerbusch nach Düsseldorf zu transportieren. Das ist nun wieder unvorstellbar.
Hätte der Fluss keine Strömung, könnte man jetzt durch den Rhein laufen: Wir haben an der tiefsten Stelle einen Stand von 1,70 Meter bis 1,80 Meter. Hajo Schäfer, Fährbetreiber
Was ist der Unterschied zwischen Pegelstand und Wassertiefe?
Der Pegelstand zeigt nur an, wie hoch das Wasser über einem festgelegten Messpunkt liegt, dem sogenannten Pegelnullpunkt. Die Wassertiefe hingegen misst den Abstand von der Wasseroberfläche bis zum tatsächlichen Grund, der Flusssohle.
Allgemein gilt die Regel: Ein Schiff darf niemals "auf Knirsch" fahren. Die verfügbare Wassertiefe in der Fahrrinne muss immer größer sein als der Tiefgang des Schiffes. Je nach Wasserstand gibt es individuell berechnete Maximalbeladungen. Ob noch gefahren werden kann, entscheidet der jeweilige Binnenschiffer.
Fähren wollen Kunden nicht enttäuschen
Das erneute Niedrigwasser kommt für den Fährbetreiber zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Denn das Geschäft lief im Moment sehr gut, berichtet Hajo Schäfer.
Vor allem habe er viele Mehrfahrtenkarten verkauft: "Das ist das Hauptproblem, das mir schlaflose Nächte bereitet. Denn dann ist es schwierig zu sagen: 'Jetzt hast du die Karte zwar gekauft, aber fahren tun wir nicht.'"
Besserung der Pegelstände nicht in Sicht
Im Verlauf der Woche soll der Pegelstand sogar noch weiter sinken: bis auf sechs Zentimeter am Freitag, so die Vorhersagen. Deswegen rechnet Schäfer nicht damit, dass seine Fähre in den nächsten zehn Tagen wieder fahren kann.
Angesichts des bisher nie dagewesenen Niedrigwassers in diesem Sommer blickt der Fährbetreiber mit Sorge auf die kommenden Jahre: "Es wäre schon sehr gruselig, wenn das die Zukunft wäre."
Unsere Quellen:
- Fährbetrieb Zons-Urdenbach
- Rheinfährbetrieb Schäfer
Sendung: WDR 2, WDR 2 Regional Rhein und Ruhr, 21.09.2026, 11:30 Uhr