Deckeneinsturz bei Mehrfamilienhaus in Essen

WDR 01:30 Min. Verfügbar bis 13.07.2028

Einsturzgefahr Wohnhaus in Essen geräumt und unbewohnbar

Stand:

Was für ein Alptraum: In Essen ist am Sonntag die Decke in einer Wohnung eingestürzt. Nun ist das Haus unbewohnbar.

Von
Fabienne Strohmer
Fabienne Strohmer
und
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Nathalie Arendt

Es war ein Schock für die Anwohner. Am Sonntagmorgen stürzten plötzlich Deckenteile im Badezimmer in einer Wohnung im Essener Südostviertel ab. Zusätzlich sollen noch Setzrisse entdeckt worden sein. Die alarmierte Feuerwehr räumte das betroffene Mehrfamilienhaus und auch die beiden Nachbarhäuser.

Statiker: Haus wegen eines Anbaus einsturzgefährdet

Ein Statiker bestätigte später: Das Haus ist unbewohnbar und einsturzgefährdet - die Nachbarhäuser nicht. Der Grund ist ein Anbau. Laut Feuerwehr stammt das Haus aus dem 19. Jahrhundert - einer Zeit, wo die Toiletten noch auf dem Gang waren. Damit jeder Bewohner ein Badezimmer in der Wohnung hat, wurde angebaut. Und dieser Anbau ist jetzt einsturzgefährdet.

Ein Feuerwehrkran steht vor dem Mehrfamilienhaus mit der eingestürtzten Decke.

Die Bewohner von rund 20 Wohnungen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen.

Bei den beiden Nachbarhäusern sah der Statiker keine Gefahr. Hier konnten die betroffenen Mieter nach etwa einer Stunde wieder in ihre Wohnungen zurück.

Zehn Minuten, um Persönliches rauszuholen

Insgesamt sind rund 20 Personen betroffen. Sie kamen bei Freunden oder ihrer Familie unter - eine Familie wurde vorerst von der Stadt in eine Unterbringung gebracht. Anwohner Amrane Abdelhak ist gestern zusammen mit seiner Frau und ihren vier Töchtern (16, 10, 7 und 5 Jahre alt) zu seiner Mutter gefahren. "Sie hat aber auch nur eine kleine Wohnung. Das ist keine dauerhafte Lösung", sagt der Familienvater. Vom Roten Kreuz bekam er die Telefonnummer des Sozialamtes, dort hat er aber bis heute Vormittag niemanden erreicht.

Die Bewohner durften gestern gemeinsam mit der Feuerwehr noch ein paar Habseligkeiten aus ihren Wohnungen holen. Zehn Minuten hätten sie Zeit gehabt, erzählt Abdelhak. Dabei durfte nur eine Person noch einmal ins Haus, Abdelhaks älteste Tochter hat das übernommen: "Sie hat zwar schnell das Wichtigste eingepackt, aber auch einiges vergessen natürlich. Hauptsache aber meine Kinder haben alle ihre Schulunterlagen."

Seit zwei Monaten war schon ein Riss zu sehen

Auf dem Bild sieht man ein Waschbecken, dass sich leicht von der Wand gelöst hat.

Man sah hier keinen dringenden Handlungsbedarf.

Der Familienvater erklärt, dass es vor etwa eineinhalb Jahren schon einmal einen Wasserschaden gab, der dann behoben wurde. Vor etwa zwei, drei Monaten hat er dann gemeldet, dass sich bei ihm im Bad der Boden ablöst. Das wurde sich angeschaut, allerdings sah man keinen Handlungsbedarf. Ob diese Schäden mit dem aktuellen Einsturz zusammenhängen, ist bislang unklar.

"Schnellstmöglich wird ein Baustatiker das Gebäude umfassend begutachten. Erst dann kann beurteilt werden, ob einzelne Gebäudeteile wieder freigegeben werden können. Eine belastbare Aussage hierzu ist derzeit noch nicht möglich." Tristan Serences, Senovas Immobilienmanagement

Jetzt ist der in Berlin lebende Eigentümer in der Pflicht zu handeln, sagt die Feuerwehr Essen. Per Telefon sagte die zuständige Hausverwaltung dem WDR, dass es noch ein weiteres Gutachten zum Zustand des Hauses geben soll. Um die Bewohner wolle man sich kümmern.

Aktuelle Stunde | 12.07.2026

Aktuelle Stunde 12.07.2026 45:12 Min. UT Verfügbar bis 12.07.2028 WDR

Unsere Quellen:

  • ANC News
  • Gespräch mit der Feuerwehr Essen
  • Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 12.07.2026, 18:45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 13.07.2026, 19:30 Uhr

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