Es rumst gewaltig, dann liegt wieder eine Ladung Schotter auf dem schwimmenden Ponton mitten auf der Ruhr, direkt hinter dem Stauwehr in Essen-Werden. Der Greifarm eines Baggers wühlt sich unter Wasser in den Boden einer kleinen Insel. Denn die und noch ein paar andere müssen weg.
Stauwehr Essen-Werden ist gefährdet
Die Inseln hätten die Strömungen im Fluss so verändert, dass sie die Fundamente des Stauwehrs unterspülen und damit gefährden können, erklärt der zuständige Experte beim Ruhrverband. Die Baggerarbeiten sollen das verhindern.
"Wir hoffen, dass die Ruhr dadurch wieder sauber weiterfließt und nicht mehr verwirbelt." Matthäus Schallenberg, Ruhrverband
Der Bagger trägt nach und nach die Inseln ab.
Bildquelle: WDR/Jan AkkermannMittlerweile sind die größeren Inseln voll begrünt. Möwen nutzen sie als Rastplatz, Reiher suchen hier nach Nahrung. Doch die Flächen sind erst in den letzten Jahren entstanden. Vor allem nach dem Hochwasser 2021 haben sich Sedimente abgelagert und nach und nach zu Inseln verdichtet, die jetzt den Wasserlauf stören. 5.000 Kubikmeter Schotter sollen insgesamt raus und so die Strömung im Fluss verbessern.
Aber nicht alle sind begeistert, von den Abräumarbeiten. Valeria-Marie Olstowski und Björn Förster wohnen direkt neben einer der größten Inseln.
Inseln in Ruhr sind Schutzraum für Vögel
"Im Frühjahr hat hier ein Schwan gebrütet. Jetzt sitzen überall Kormorane und die stehen unter Naturschutz", meint Olstowski. Deshalb sei es wichtig, die Inseln zu erhalten, denn dort sind die Vögel vergleichsweise sicher vor Füchsen und anderen Feinden.
Reiher und Kormorane auf einer der Ruhrinseln
Bildquelle: WDR/Jan AkkermannDoch beim Ruhrverband bleibt man dabei: Die Sicherheit im Fluss geht vor. Außerdem würden die Inseln bei Hochwasser überflutet und seien somit ohnehin kein Dauerrastplatz für Vögel.
Noch bis Ende Oktober wird weiter gebaggert und danach die Flussmitte zusätzlich mit bis zu 200 Kilogramm schweren Steinen ausgekleidet. Damit sich zukünftig erst gar keine neuen Inseln mehr bilden können.
Unsere Quellen:
- Ruhrverband
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Gespräche mit Anwohnern vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR2 für Ruhrgebiet, Rheinland und Niederrhein, 03.09.2026, 6:31 Uhr
