Die Hitze macht Kliniken und Patienten zu schaffen

WDR 00:54 Min. Verfügbar bis 26.06.2028

Hitze in Krankenhäusern Patienten und Personal leiden unter Temperaturen

Stand:

Wegen der Hitze landen immer mehr Menschen im Krankenhaus. Dort kämpfen auch Pflegepersonal und Ärzte mit den Temperaturen.

Von Jörg Sauerwein

In der Notaufnahme des Bonner Marienhospitals steht ein Ventilator auf dem Gang. Mit wenig Erfolg kämpft er gegen die schwülwarme Luft. Die Pflegekräfte und Ärzte, die hier unterwegs sind, schwitzen und haben gleichzeitig wegen der hohen Temperaturen noch mehr zu tun als sonst. Von Tag zu Tag werden es mehr Hitze-Patienten.

Nicht nur Ältere, sondern auch vielfach jüngere Patienten. Die die Hitze unterschätzen, die nicht genügend trinken, die bei starker Hitze draußen Sport treiben, dann umkippen. Das sehen wir schon gehäuft. Und ich denke, da wird auch noch einiges auf uns zukommen. Mirjam Park, ärztliche Leiterin im Marienhospital Bonn

Krankenhäuser heizen sich mehr und mehr auf

Eine junge Krankenpflegerin steht in blauer Arbeitskleidung im Labor und schwitzt.

Krankenpflegerin Daisy Meidt schwitzt im Labor bei mehr als 28 Grad

Wer als Patient wegen der Hitzefolgen in die Bonner Klinik kommt, hat dort weiter mit hohen Temperaturen zu tun. Selbst in der Notaufnahme, die schon im Keller des Gebäudes liegt, heizt sich die Luft im Laufe des Tages immer mehr auf. Im Labor, in dem Krankenpflegerin Daisy Meidt immer wieder zu tun hat, sind es schon am Vormittag trotz eines Klimageräts mehr als 28 Grad.

Man rennt viel, man bewegt sich viel, die Kleidung ist jetzt auch nicht gerade vorteilhaft. Das ist schon teilweise wirklich sehr, sehr anstrengend. Daisy Meidt, Krankenpflegerin im Marienhospital Bonn
Die ärztliche Leiterin des Bonner Mrienhospitals blickt in grauer Arbeitskleidung in die Kamera

Miriam Park, ärztliche Leiterin des Bonner Marienhospitals

Denn auf die vorgeschriebene Berufskleidung wie lange Hosen und feste Schuhe darf das Personal nicht verzichten. "Wir dürfen keine luftige Kleidung tragen", sagt die Notfallärztin Miriam Park. Immerhin aber sei man selbst ja gesund, ergänzt sie. Für die Patienten, die krank und in nicht klimatisierten Zimmern liegen, sei es viel unangenehmer.

Noch mehr Hitzepatienten am Wochenende?

Auch im Düsseldorfer Augusta-Krankenhaus kämpft man mit den Auswirkungen des extremen Wetters. Lüften und die Patienten mit nassen Tüchern erfrischen, so lautet das Rezept dort gegen die Wärme. Und natürlich genügend trinken - das gilt für Patienten genauso wie für das Klinikpersonal.

Dort rechnet der Chefarzt Rolf Michael Klein wegen der Hitze auch mit mehr Herzinfarktpatienten. Je höher die Temperaturen, desto größer das Risiko für Blutgerinnsel und damit auch für Infarkte. Das Krankenhaus sei darauf schon vorbereitet, so Klein.

Während man auch in Bonn davon ausgeht, dass die Zahl der Hitzepatienten noch weiter steigt, hatte man in Münster schon vergangenes Wochenende extrem viel zu tun. Dort gab es sogar gleich mehrere Fälle von Hitzschlägen. Die gelten als echter Notfall.

Nach dem Ouzo ins Krankenhaus

In dem Flur eines Krankenhauses sitzt ein älterer Herr als Hitzepatient während Krankenpfleger den Flur entlang gehen.

Roland John wartet auf seine Entlassung

Nicht ganz so hart, aber sehr überraschend erwischte es Ronald John, der heute noch im Düsseldorfer Augusta-Krankenhaus behandelt werden musste. Er war mit seiner Tochter gestern noch griechisch Essen gegangen. Ein Glas Wein, ein Ouzo - in der Hitze kam sein Körper damit nicht so gut klar.

Auf einmal dachte ich, es kommt Gewitter, es war so schwarz und wurde immer komischer und dann lag ich im Rettungswagen. Ronald John, Hitzepatient

Möglichst auf Alkohol verzichten, viel Wasser trinken, die direkte Sonne meiden, Aktivitäten in den Morgen oder späten Abend verschieben. Es gibt viele Tipps, damit man nicht zum nächsten Hitzepatienten wird. Aber man sollte auch auf mögliche Warnhinweise des Körpers achten, empfiehlt Rettungssanitäter Luis Teichmann.

Wann ist es nötig, die 112 zu wählen?

Wenn man für sich den Eindruck hat, dass es einfach nicht mehr geht, dass man selbst alle Maßnahmen getroffen hat, die man treffen kann. Zum Beispiel ausreichend getrunken, aber es wird nicht besser. Wenn man aufsteht, dann bekommt man vielleicht ein bisschen Herzrasen, sieht auf einmal Sternchen. Dann ist es berechtigt, zumindest mal zu erfragen, ob das sinnvoll ist, hier weiter zu intervenieren. Luis Teichmann, Rettungssanitäter

Unsere Quellen:

  • Daisy Meidt, Krankenpflegerin im Marienhospital Bonn
  • Mirjam Park, ärztliche Leiterin im Marienhospital Bonn
  • Ronald John, Hitzepatient
  • Luis Teichmann, Rettungssanitäter

Rettungssanitäter: "Aktuell relativ große Auslastung"

WDR 5 Morgenecho - Interview 26.06.2026 04:55 Min. Verfügbar bis 26.06.2027 WDR 5

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Hitze setzt Klinikpersonal und Patienten zu

WDR 26.06.2026 00:30 Min. Verfügbar bis 26.06.2028

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Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 26.06.2026, 12:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 26.06.2026, 19:30 Uhr

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