Anwohner in Bedburg fordern mehr Schutz vor Überflutung
Bildquelle: privatWDR. 3 Min. 15 Sek.. Verfügbar bis 14.09.2028.
Ein Jahr nach Extremregen : Bedburger fordern Schutz vor Überflutung
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Extreme Regenfälle hatten vor einem Jahr Teile der Stadt Bedburg unter Wasser gesetzt. In einzelnen Vierteln musste Häuser evakuiert werden. An Gebäuden entstanden Schäden in Millionenhöhe. Zusätzlichen wirksamen Schutz gibt es für die gefährdeten Gebiete aber bisher nicht. Viele Maßnahmen sind in Planung. Wann aber die Stadt Bedburg und der Erftverband ihre Pläne umsetzen, ist bis heute unklar.
Die 83-jährige Renate Trilges muss über Sandsäcke klettern, wenn sie auf ihrem Grundstück in Bedburg Oppendorf unterwegs ist. Die Säcke sollen ihre Kellertreppe schützen, sollte es anfangen stark zu regnen. Gefüllte Säcke liegen auch vor ihrer Einfahrt.
Rennate Trilges muss ihr Haus mit Sandsäcken schützen
Bildquelle: Oliver KöhlerInnerhalb von neun Monaten wurde sie schon zweimal Opfer von Schlammlawinen berichtet sie dem WDR "Trockner kaputt, Gefrierschrank kaputt. Vor einem Jahr da war alles kaputt im Keller. Auch das Garagentor war hin." Starkregen hatte Schlamm vom benachbarten Acker geschwemmt. Keller und Garagen liefen voll Matsch. Die Folge waren große Schäden bei den Anwohnern.
Schon kräftiger Landregen führt zu Überschwemmungen
"Man kann sein Haus nicht alleine lassen, wenn Regen angesagt ist", sagt Nachbar Hans-Willi Haas. Schon bei kleineren Regenfällen kommt so viel Wasser vom benachbarten Acker, dass die Straße überflutet wird.
Wasser und Schlamm fluten Häuser in Bedbrug Oppendorf
Bildquelle: Oliver KöhlerDie Stadt Bedburg hat immerhin gefüllte Säcke zur Verfügung gestellt. Genützt hat das jedoch nicht viel. Im Mai hatte ein kräftiger Landregen erneut große Mengen Schlamm von dem Acker geschwemmt. Auch dieses Mal war das Haus von Renate Trilges betroffen.
Schon zwei Mal Opfer von Wasser und Schlamm
Der nagelneue Kühlschrank war schon wieder kaputt und auch der neue Trockner war ein Totalschaden. "Jetzt beim zweiten Mal konnte ich die Versicherung nicht schon wieder in Anspruch nehmen. Ich hatte Angst, dass die mir kündigen", sagt sie.
Die Anwohner fordern jetzt schnelle Hilfe, beispielsweise durch den Bau eines provisorischen Damms auf dem Acker des Landwirts. Albert Kühl, der Landwirt, dem der größte Teil des Ackers gehört, schreibt dem WDR, er könne nicht einfach so einen Damm bauen.
Landwirt will keinen provisorischen Schutzdamm bauen
Ohne eine fachlich geplante und ausreichend dimensionierte Ableitung bestünde aus meiner Sicht das Risiko, Wasser aufzustauen oder in andere Bereiche umzulenken und dadurch möglicherweise zusätzliche Gefahren oder Schäden zu verursachen. Albert Kühl, Landwirt Bedburg
Zurzeit planen die Stadt Bedburg und der Erftverband, auf dem Acker des Landwirts einen Damm, einen Entwässerungsgraben und ein Wasserrückhaltebecken zu errichten. Landwirt Kühl ist nach eigenen Angaben bereit, die Kosten dafür zu übernehmen.
Wann die Planungen jedoch so weit sind, dass der Damm gebaut werden kann, weiß die Stadt Bedburg bis jetzt noch nicht. Renate Trilges muss also weiterhin über Sandsäcke klettern und hoffen, dass sie nicht zum dritten Mal Opfer des Schlamms vom benachbarten Acker wird.
Unsere Quellen:
- Stadt Bedburg
- Landwirt Albert Kühl
- Anwohner Oppendorf
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 14.09.2026, 19:30 Uhr