Außenansicht der Kölner Oper am Offenbachplatz.

Die Euphorie des Eröffnungsfestes ist kaum verpufft, schon gibt die Oper Köln neuen Anlass zur Sorge.

Bildquelle: WDR / Bernd-Michael Maurer

Nach 14 Jahren Bauzeit Gravierende Technikprobleme an Kölner Bühnen

Stand:

Die gerade erst eröffneten Kölner Bühnen haben technische Probleme. Die sollen schnell behoben werden.

Am Donnerstag wird die Eröffnung der Kölner Bühnen mit einem Festakt gefeiert. Am Freitag findet die Premiere im Schauspielhaus statt. In dem Stück "In bester Lage" geht es um fehlgelaufene Sanierungen. Am Sonntag gibt es dann im Opernhaus die Premiere des "Rosenkavalier" mit der Musik von Richard Strauss.

Mängel bei Podien und Licht

In den Bühnen wurde alles eingebaut, was der Markt für Bühnentechnik hergibt. Podien, die nach unten und oben fahren können, die schräg gestellt werden können, die sich um die eigene Achse drehen können und jede Menge Strahler an den 18 Traversen über der Bühne. Doch bei der Opernpremiere können nicht alle technischen Möglichkeiten, die es gibt, genutzt werden.

Grund ist, dass die Technik nicht zuverlässig funktioniert und es sowohl mechanische als auch Softwareprobleme gibt. Schon bei den Eröffnungstagen für die Bürger am vergangenen Wochenende waren die Podien und Lichter nicht in Bewegung. Zur Verwunderung und auch Enttäuschung der Besucher. Die Begründung vor Ort waren die bereits aufgebauten Kulissen für den "Rosenkavalier".

Blick auf die Bühne der Oper Köln mit viel Publikum im Zuschauersaal

Besucher beim Eröffnungsfest der Bühnen im Zuschauersaal der Oper

Bildquelle: WDR / Gleisberg

Auf WDR-Nachfrage schreiben die Bühnen: "Bei einem Sanierungsprojekt dieser Größenordnung ist es realistisch, dass es in den ersten Wochen und Monaten zu technischen Störungen, notwendigen Nachjustierungen oder einzelnen Ausfällen kommen kann." Nach einer Generalsanierung ließe sich das trotz aller vorherigen Prüfungen erst unter den "Bedingungen eines tatsächlichen Proben- und Vorstellungsbetriebes vollständig erproben."

Inszenierung wurde verändert

Die technischen Probleme haben dazu geführt, dass die Oper die Inszenierung des "Rosenkavalier" verändert hat. Die Nachfrage des WDR, ob dies eine Folge der Sorge um die Zuverlässigkeit der Technik sei, ließen die Bühnen offen.

Portraitfoto von Hein Mulders, Opernintendant der Oper Köln

Opernintendant der Oper Köln Hein Mulders

Bildquelle: WDR / Jens Gleisberg

Für Opernintendant Hein Mulders sei es das Wichtigste, dass eine Premiere mit wunderbaren Inszenierungen gefeiert werden könne. Das hatte er bereits im Vorfeld gesagt. Lieber etwas technisch abspecken, als bei der Premiere ein Problem haben.

Enttäuschung in der Kulturpolitik

Brigitta von Bülow, die als langjährige kulturpolitische Sprecherin von B90/Grüne die Bühnen-Baustelle begleitet hat, zeigt Verständnis für die aktuellen technischen Probleme. Trotzdem sei sie auch enttäuscht, dass zur groß angekündigten Premiere nach 14 Jahren Baustelle nicht alles funktioniere. "Man hätte einfach vorher anfangen müssen zu erproben. Der Termin jetzt ist schon richtig, weil jetzt überall die Saison beginnt, aber es hätte einen längeren Vorlauf geben müssen."

Das Problem: Die Bühnen haben erst die letzte Spielzeit zu Ende gebracht, sind dann in die Theaterferien gegangen und stehen jetzt vor den Problemen.

"Opern-Desaster nicht herbeiskandalisieren"

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Stadtrat, Maria Helmis-Arend, kann nachvollziehen, dass die Bürger eine hohe Erwartung an die Bühnen haben, nach den langen Jahren der Sanierung. "Und gleichzeitig muss ich auch sagen, dass wir jetzt nicht aus jeder technischen Störung das nächste Opern-Desaster herbeiskandalisieren dürfen. Das ist ein Riesentanker, der jetzt hochgefahren wird."

Bauarbeiter auf der Drehbühne in der Oper in Köln

Arbeit auf Hochtouren: Bauarbeiter auf der Drehbühne in der Oper in Köln

Bildquelle: WDR / Gleisberg

Anders sieht das der Opernexperte Richard Lorber. Für ihn ist es eine Fortsetzung des Desasters um die Bühnensanierung. Dass Teile der Podien hoch- oder runtergefahren werden können, sei aber nicht zwangsläufig ein wesentlicher Bestandteil einer guten Inszenierung. Er sei gespannt auf die Premiere des "Rosenkavalier".

Technikprobleme in der Oper

WDR 22.09.2026 36 Sek. Verfügbar bis 21.09.2028

Bühnen wollen Probleme angehen

Auf die technischen Probleme angesprochen, sagten die Bühnen dem WDR, dass sie gerade angesichts des engen Terminplans, kurz vor der Premiere und dem Festakt zur Eröffnung, kein Interview geben können. Schriftlich heißt es zu den Mängeln:

"Die Bühnen Köln sind darauf vorbereitet und werden auftretende Probleme gemeinsam mit den beteiligten Fachfirmen und technischen Partnern so schnell wie möglich analysieren und beheben." Bühnen der Stadt Köln

Das gilt auch für die Gebäudetechnik. Denn auch der Lastenaufzug, mit dem die Bühnenbilder transportiert werden, bleibt immer wieder stehen.

Unsere Quellen:

  • Bühnen der Stadt Köln
  • Mitarbeiter, Bühnen der Stadt Köln
  • Mitarbeiter von beteiligten Firmen
  • Brigitta von Bülow, kulturpolitische Sprecherin von B90/Grüne
  • Maria Helmis-Arend, kulturpolitische Sprecherin der SPD
  • Richard Lorber, Opernexperte

Sendung: WDR.de, Technikprobleme in der Oper, 23.09.2026, 05:05 Uhr

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