Viele Menschen stehen vor Nhas City Chicken auf der Breite Straße

Die lange Schlange vor Nhas City Chicken auf der Breite Straße

Bildquelle: WDR / David

Hähnchen-Hype in Köln Die Kehrseite von "Nhas City Chicken"

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Auch vier Tage nach der Eröffnung des Hähnchen-Ladens ist wieder viel los auf der Breite Straße. Vor dem neuen "Nhas City Chicken" stehen vor allem junge Menschen Schlange. Der Imbiss ist zum Social-Media-Hype geworden. Schon zur Eröffnung am vergangenen Freitag warteten zeitweise Menschen in einer etwa 100 Meter langen Schlange. Einige mussten mehrere Stunden warten. Und rund um den Laden zeigt sich die Kehrseite des Hypes: volle Mülleimer und Verpackungen auf der Straße.

Wenn ein Hype zu viel Müll produziert

Für die Gastronomie ist der Andrang ein Erfolg. Für die Umgebung bedeutet er zusätzlichen Müll. Besonders auffällig sind die Essensverpackungen. Viele Gäste essen direkt in der Umgebung des Ladens. Die Mülleimer sind schnell voll. Ein Teil des Abfalls landet daneben oder auf dem Gehweg.

Direkt gegenüber ist das "Schmittchen", ein Restaurant mit kölscher Küche. Für den Inhaber Helmut Schmitt ist der Hähnchen-Imbiss ein Ärgernis. Der Müll macht ihm zu schaffen.

Helmut Schmitt vom Restaurant Schmittchen steht an einer Theke in einem Restaurant
Die jungen Menschen saßen auf unseren Außenplätzen. Alle Tische waren mit Ketchup und Mayonnaise verschmutzt. Alles liegt auf dem Boden. Hier war immer eine friedliche Einkaufsmeile. Jetzt ist die Stimmung aggressiv. Das ist für uns der Ruin. Hier können wir so nicht weiterarbeiten. Helmut Schmitt, Inhaber des Restaurants "Schmittchen" in der Breite Straße in Köln

Inhaber von Nhas City Chicken wendet sich an Kunden

Das gefällt auch dem Inhaber von Nhas City Chicken, Omar Nhas, überhaupt nicht. Auf Instagram sieht man ihn in mehreren Videos, in denen er seine Kunden ganz klar anspricht und auffordert, ihren Müll mitzunehmen, ordentlich zu entsorgen - oder ihm und seinem Team zu bringen, damit sie sich um die Entsorgung kümmern. "Wir können doch nicht nach Köln kommen, alles lahm legen und dreckig machen", sagt er. Auch die Sorgen seiner Nachbarn nimmt er ernst.

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Müll in der Breite Straße kein Einzelfall

Was derzeit auf der Breite Straße zu sehen ist, erinnert an ein Problem, das Köln schon an anderer Stelle kennt: Einwegverpackungen und Essensreste im öffentlichen Raum. Die Deutsche Umwelthilfe hat deshalb gerade genauer auf den Verpackungsmüll in Köln geguckt.

Volle Mülltonnen auf der Breite Straße

Volle Mülltonnen auf der Breite Straße

Bildquelle: WDR/Inga Neuhausen

Vom 26. August bis zum 14. September konnten Kölnerinnen und Kölner über einen Online-Melder Einwegverpackungen im Stadtgebiet dokumentieren. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe gingen 184 Meldungen mit insgesamt mehr als 1.200 Einwegverpackungen ein. 58 Prozent davon lagen laut Deutscher Umwelthilfe lose auf Straßen oder Grünflächen. Besonders häufig wurden Plastikbecher und Essensverpackungen gemeldet.

Etwa 64 Prozent der gemeldeten Verpackungen würden nach ihrer Auswertung unter eine Steuer fallen. Die Idee dahinter: Einwegverpackungen sollen für die Anbieter beziehungsweise Kunden teurer werden, während Mehrweg attraktiver wird. So fordert die Umwelthilfe von Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, die Verpackungssteuer weiterzuverfolgen.

Köln setzt zunächst auf eine freiwillige Lösung

Eine Verpackungssteuer will Burmester derzeit allerdings nicht einführen. Er setzt zunächst auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie. Burmester begründet seine Haltung unter anderem mit zusätzlichen Kosten und dem Verwaltungsaufwand, der mit einer Steuer verbunden wäre.

Der Kölner Stadtrat hatte im Februar 2025 beschlossen, dass die Verwaltung ein Konzept für eine Verpackungssteuer ausarbeiten soll. Einen konkreten Starttermin gibt es bislang nicht. Bevor eine Steuer tatsächlich eingeführt wird, müsste der Rat über das konkrete Konzept und die Ausgestaltung entscheiden.

Trotz der Mülldiskussion geht der Chicken-Hype weiter

Auch am Dienstag kommen wieder viele junge Menschen zum "Nhas City Chicken" in die Kölner Innenstadt. Für den Betreiber bedeutet das viele Kunden. Und für die Breite Straße: jede Menge Einwegverpackungen, die entsorgt werden müssen. Und daran hängt auch die Frage: Reichen freiwillige Lösungen der Gastronomie oder braucht Köln verbindliche Regeln gegen Einwegmüll?

Hähnchen-Hype in Köln

WDR 22.09.2026 35 Sek. Verfügbar bis 21.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR Reporters vor Ort
  • Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe
  • Instagram-Account von Nhas City Chicken

Sendung: WDR.de, Hähnchen-Hype in Köln, 22.09.2026, 14:30 Uhr

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