Ein Beispiel aus Baden-Württemberg: Ein Scan-Auto fährt bei einem Pilotversuch an der Universität Hohenheim
Bildquelle: Bernd Weißbrod/dpaDas "Go" für das Pilotprojekt ist da: Am Dienstagnachmittag hat der Verkehrsausschuss die Stadt Köln damit beauftragt, die Scanfahrzeuge für Parkkontrollen zu testen. Möglich macht das eine neue Gesetzgebung: Seit Juli haben Kommunen in Deutschland die Möglichkeit, digital unterstützte Kontrollen einzuführen.
Die Scan-Fahrzeuge sind mit Kameras ausgestattet, die zum Beispiel Parkscheine und Bewohner-Parkausweise erfassen. Das soll Kontrollen deutlich schneller und günstiger machen, weil nicht extra Personal zu Fuß unterwegs ist, sondern mit den Autos innerhalb kurzer Zeit mehr geparkte Fahrzeuge geprüft werden können. Die Verwaltung soll für das Pilotprojekt ein Stadtviertel aussuchen, in dem es besonders viele Probleme mit Falschparkern gibt, die zum Beispiel Kreuzungen, Geh- und Radwege oder Busspuren behindern.
Hohe Unfallgefahr durch Falschparker in Köln
Die Ratsfraktionen sehen dabei einen Fokus nicht nur auf der Einhaltung von Verkehrsvorschriften, ihnen geht es auch um die Sicherheit im Straßenverkehr: Innerorts passiere fast jeder fünfte Unfall, bei dem Fußgänger oder Radfahrer verletzt werden, in direktem oder indirektem Zusammenhang mit dem Parken. Autos blockieren Wege, schränken die Sicht ein oder zwingen Andere zu Ausweichmanövern. Mehr Ordnung ins Parken zu bringen, soll auch hier helfen.
Vor allem in Sachen Effizienz liegt nach der Erfahrung anderer Städte ein größer Vorteil: Scan-Fahrzeuge können in derselben Zeit etwa die zehnfache Anzahl an geparkten Autos prüfen wie Fußstreifen, argumentieren die Antrag stellenden Fraktionen. Das würden Zahlen der ersten Modellprojekte etwa in Düsseldorf, Heidelberg und Mannheim zeigen. Auch in Städten im Ausland, etwa in den Niederlanden, werden Scan-Fahrzeuge eingesetzt.
Kosten möglichst über Fördermittel decken
Drei Jahre lang sollen die digitalen Kontrollen getestet werden. Laut Antrag sei das deshalb sinnvoll, weil es Köln ermögliche, die Technik und die Prozesse unter realen, aber kontrollierten Bedingungen zu testen, bevor über eine flächendeckende Einführung entschieden wird. Die Idee ist auch, dass die Stadt das Projekt zusammen mit einer Hochschule als Forschungsprojekt durchführt - um an Fördermittel vom Land, vom Bund oder der EU zu kommen. Denn die Haushaltskasse in Köln ist leer, die Stadt muss sparen. Der städtische Eigenanteil für das Projekt, so das Ziel, soll möglichst gering bleiben.
Unsere Quellen:
- Mobilitätsausschuss des Kölner Stadtrates
- Antrag stellende Fraktionen (Grüne, SPD und Volt)
Sendung: WDR.de, Scan-Fahrzeuge kommen: Pilotprojekt für Köln beschlossen, 22.09.2026, 17:03 Uhr