Stadt Köln prüft Radstreifen auf Luxemburger Straße

Bildquelle: Oliver Köhler

WDR 03:19 Min. Verfügbar bis 18.08.2028

Zu viel Lärm Stadt Köln prüft Radstreifen auf Luxemburger Straße

Stand:

Seit einem Jahr gilt auf der vielbefahrenen Luxemburger Straße in Köln Tempo 30. Wegen der zu hohen Lärmbelastung für die Anwohner musste die Stadt Köln die Geschwindigkeit auf Tempo reduzieren. Doch das allein reicht nicht, um die Lärmgrenzwerte zu erreichen.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Oliver Köhler

Dass Tempo 30 nicht ausreicht, hatten Gutachter der Stadt schon bei der Planung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Luxemburger Straße vorhergesagt. Jetzt muss die Stadt weitere Maßnahmen ergreifen, um den Lärm zu reduzieren. Doch deshalb droht nun auch weiterer Streit unter Anwohnern und in der Politik.

Jetzt in den Sommerferien ist es vergleichsweise ruhig auf der Luxemburger Straße. Wer sich hier an das vorgeschriebene Tempo 30 hält, ist aber noch immer eine Ausnahme.

Autofahrer halten sich nicht an Tempo 30

"Zwei Drittel der Autofahrer halten sich nicht an die neue Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde", sagt Dominik Kerl von der Initiative Lebenswerte Lux. "Also hier sind weitere Maßnahmen nötig für den Lärmschutz, aber auch für die Verkehrssicherheit".

Stadt Köln prüft Fahrradspur auf Luxemburger Straße

Seit einem Jahr gilt Tempo 30 auf der Luxembrurger Straße

Bildquelle: Oliver Köhler

Aber selbst wenn sich alle an Tempo 30 halten, wird das nach Aussagen der Gutachter nicht ausreichen, um die Lärmgrenzwerte einzuhalten. Deshalb hatten die Bezirksvertretungen in Köln-Lindenthal und in der Innenstadt, die Stadtverwaltung beauftragt, die Wirkung einer Fahrradspur zu untersuchen.

Meinungen der Anwohner gehen weit auseinander

Es soll geklärt werden, ob das Lärmproblem gelöst wird, wenn Autos hier nur noch auf einer Spur fahren dürfen. Unter Anwohnern gehen die Meinungen dazu auseinander.

"Ich fände es gut, wenn es eine Fahrradspur gibt. Jetzt ist die Luxemburger Straße für Radfahrer zu gefährlich", sagt eine Radfahrerin.

Hohe Kosten für Untersuchung

"Für Radfahrer ist das bestimmt besser mit einer Radspur. Wir sind aber aufs Auto angewiesen. Mit einer Radspur wird es zu eng für den Autoverkehr", sagt eine andere Anwohnerin. 

Allein die Untersuchung, inwieweit eine Fahrradspur Lärm reduziert und welche Folgen sie für den gesamten Verkehr hat, soll insgesamt etwa 270.000 Euro kosten. Bei knappen Kassen halten unter anderen CDU und FDP die Ausgabe nicht für gerechtfertigt.

Politiker sollen entscheiden

Ende September soll der Mobilitätsausschuss des Kölner Stadtrates über die Untersuchung diskutieren. Das Problem: Der Stadtverwaltung drohen Klagen von Anwohner, wenn sie nichts weiter unternimmt, um die Lärmgrenzwerte zur erreichen. Auf der anderen Seite drohen der Stadt Klagen von Autofahrern, die ihre Rechte verletzt sehen, wenn es eine Fahrradspur auf der Luxemburger Straße gibt.

Stadt Köln prüft Fahrradspur auf Luxemburger Straße

Dürfen Autos künftig nur noch auf einer Spur fahren?

Bildquelle: Oliver Köhler

Aber: Die Stadt kann vor Gericht nur bestehen, wenn sie nachweisen kann, dass ihre künftigen Maßnahmen auf der Luxemburger Straße gerechtfertigt sind.

Unsere Quellen:

  • Stadt Köln
  • FDP Köln
  • CDU Köln
  • Initiative lebenswerte LUX
  • Gespräche mit Anwohnern

Sendung: WDR.de, Stadt Köln prüft Radstreifen auf Luxemburger Straße, 18.08.2026, 5:04 Uhr

Weitere Beiträge aus Köln

1 / 2