Ermordet und angezündet: Schwester fordert Gerechtigkeit
WDR. 03:17 Min.. Verfügbar bis 20.07.2028.
In Köln ermordet : Ayla will Gerechtigkeit für getöteten Bruder
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Vor 30 Jahren wurde Muhittin Güney in Köln brutal ermordet. Von dem Täter fehlt bislang jede Spur. Die Polizei will diesen Cold Case deshalb wieder aufrollen. Die Schwester des Opfers hofft auch Jahrzehnte nach der brutalen Tat, dass der Mord endlich aufgeklärt wird.
Ayla Kapucuoglu blättert in einem Fotobuch. Sie hält inne, lächelt und sagt: "Das ist ein besonderes Foto." Darauf zu sehen ist ihr Neffe, der das Bild seines ermordeten Vaters hochhält. Geschrieben steht: Wo ist Papa? Das Foto entstand kurz nach dem Mord an Muhittin Güney vor 30 Jahren.
"Für mich ist es, als wäre es gestern geschehen"
Ayla erinnert sich an die letzte Begegnung mit ihrem Bruder. Damals hatte er aus einem Katalog Kleidung bestellt. Das Paket wurde der Schwester geliefert, das er am Vorabend seiner Ermordung abholte. Am nächsten Tag wollte Ayla Kapucuoglu ihn anrufen, wählte die Nummer seines Kiosks in Rösrath. "Es ging ein fremder Mann ans Telefon", sagt sie. Es war ein Kriminalbeamter.
43 Messerstiche: Wer hat ihn so gehasst?
Als Ayla Kapucuoglu erfuhr, dass ihr Bruder erstochen wurde, sei das die schlimmste Nachricht gewesen.
"Es ist, als hätte ich jeden Messerstich selbst gespürt." Ayla Kapucuoglu, Schwester des Mordopfers
Sie ist damals zum Tatort gefahren. "Es war grausam, Bäume waren teilweise verbrannt, ich habe noch Blutspuren gefunden. Er wurde mit 43 Messerstichen getötet, wer hatte so viel Wut?" Als sie zum ersten Mal den Obduktionsbericht las, sei sie erstarrt.
Schwester sucht nach Zeugen
Ayla Kapucuoglu spricht über ihre Mutter. Sie hatte ein Tatortfoto an der Wand hängen. Darauf war die Leiche ihres Sohnes unter einem Baum zu sehen. 15 Jahre lang bis zum Tod der Mutter hing es an der Wand. "Immer, wenn sie es anschaute, sagte sie, dass der Täter irgendwann bestraft werde".
Muhittin Günay wurde Opfer eines brutalen Mordes.
Die Schwester hat in den vergangenen 30 Jahren immer wieder nach Zeugen und Hinweisen gesucht. Auch in den sozialen Netzwerken. Die Hoffnung geht weiter. Sie möchte, dass die Täter unruhig werden, wie sie sagt. "Dass sie merken, dass wir ihnen auf den Fersen sind. Zeugen, die jahrelang geschwiegen haben, sollen endlich mal reden".
Zum konkreten Stand der Ermittlungen lässt sich die Cold-Case-Abteilung der Kölner Polizei aktuell nicht in die Karten schauen. Die Schwester kämpft weiter darum, dass die Täter gefasst werden. Denn der erste und der letzte Gedanke am Tag gilt ihrem Bruder Muhittin Güney, der im Mai 1996 in Köln-Ostheim ermordet wurde.
Unsere Quellen:
- Interview mit Schwester des Getöteten
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Ermordet und angezündet: Schwester fordert Gerechtigkeit, 20.07.2026, 05:03 Uhr