Wilde Müll-Entsorgung in Köln
Bildquelle: WDR/Manuela KleinWDR. 3 Min. 19 Sek.. Verfügbar bis 20.05.2028.
Olaf Jablonski und Josef Arendt bei ihrem täglichen Müll-Einsatz. Die beiden Müllwerker der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) kann fast nichts mehr umhauen. Täglich räumen sie den Müll anderer weg. Und zwar mitten in der Stadt. Längst wird nicht nur im Grünen heimlich entsorgt, sondern mitten im Wohngebiet. An diesem Platz zentral in der Südstadt hat jemand Fahrräder, Schlittschuhe, Garderobenreste und einen alten Schrank abgestellt.
Olaf Jablonski arbeitet seit 26 Jahren bei den AWB und hat schon alles gesehen. "Hier sind wir mindestens einmal die Woche. Wir wissen auch nicht, woher es kommt", sagt er. "Aber das ist eine Stelle, die viele in der Nacht nutzen. An einem Montag ist es sogar das Vier- bis Fünffache dieser Menge."
Wachsendes Müll-Problem in Köln: Sogenanntes Littering soll helfen
Das sogenannte Littering, also die Vermüllung des öffentlichen Raumes und der Natur, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Etwa 24.000 Meldungen gab es im vergangenen Jahr in Köln. Entsorgungskosten: 13,5 Millionen Euro jährlich.
Auch in Köln-Dünnwald stapelt sich der Müll.
Bildquelle: WDR/Manuela KleinObwohl neun Littering-Teams der AWB täglich nur für den wilden Müll im Einsatz sind, stoßen die Mitarbeiter regelmäßig an ihre Grenzen. Denn der Müll wird nicht nur immer mehr, sondern die Mengen werden auch größer.
Manchen reicht nicht, wenn wir sagen, wir kommen einmal die Woche. Das ist denen zu lang. Dann wollen sie es direkt vor die Tür stellen. Olaf Jablonski, Müllwerker
Stadt Köln: Diverse Meldestellen für wilden Müll
Seit sechs Jahren sind die Littering-Teams nun schon in allen Kölner Stadtbezirken unterwegs. Illegal entsorgt werden vor allem Elektroschrott, Sperrmüll, Verpackungsmaterialien und Altpapier. Wilde Müllablagerungen können sowohl bei der Stadt Köln über das Portal "Sag´s uns" als auch direkt via Mail an die AWB gemeldet werden.
Für Pressesprecher Jörg Daniel ist die zunehmende Vermüllung der Stadt besorgniserregend: "Es gibt leider eine sehr stark zunehmende Respektlosigkeit gegenüber dem öffentlichen Raum", sagt Daniel. "Die Entwicklung ist leider sehr negativ, wir verzeichnen ständig steigende Littering-Meldungen bei den AWB und das Ende ist noch nicht erreicht."
AWB-Sprecher Jörg Daniel
Bildquelle: WDR/Manuela KleinFachgerechte Entsorgung ist kinderleicht
Dabei ist es so einfach, seinen Sperrmüll ganz legal loszuwerden. Einfach einen Termin mit den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben machen und die Mitarbeiter kommen diesen dann abholen. Kinderleicht, findet auch Müllwerker Jablonski: "Das Tolle ist in der Stadt: Das Ganze ist kostenlos. Und wir versuchen natürlich, den Müll zeitnah abzuholen. Aber natürlich kann man nicht jeden Wunsch erfüllen. Manchmal dauert es ein paar Tage." Es gibt aber auch jederzeit die Möglichkeit, Sperrmüll bei den AWB-Wertstoff-Centern in Ossendorf und Gremberghoven abzugeben. Auch hier ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen kostenlos.
Jablonski und Arendt haben erst einmal genug wilden Müll mitten in der Stadt eingesammelt. Ihre Schicht ist für heute vorbei. Wohlwissend, dass es morgen wieder auf's Neue losgeht, bis der große Müllwagen mit seinen zehn Tonnen Fassungsvermögen voll ist.
Unsere Quellen:
- Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB)
- Interview mit Jörg Daniel und Olaf Jablonski
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Lokalzeit aus Köln, 20.05.2026, 16.07 Uhr
