Hochsicherheitsmaßnahmen beim Drogenprozess
Lokalzeit aus Köln. 02.09.2025. 15:41 Min.. Verfügbar bis 02.09.2027. WDR. Von Markus Schmitz.
Kölner Drogenkrieg: Angeklagter wird eingeflogen
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Es ist der sechste Prozess um die Auseinandersetzung im Kölner Drogenmilieu, die weit über die Kölner Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Die Sicherheitsvorkehrungen sind höher als sonst. Ein Angeklagter kommt laut Planung mit dem Helikopter ans Kölner Landgericht.
Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen hat in Köln ein weiterer Prozess um den sogenannten Drogenkrieg begonnen. Weil ein Angeklagter andere belastet hat, befindet sich der Mann in einem Zeugenschutzprogramm und wird zu den Gerichtsterminen eingeflogen. Heute landete der Hubschrauber gegen 8:20 auf einem Platz genau neben dem Parkhaus des Justizzentrums.
Kronzeuge wird eingeflogen
Die Ermittler schätzten die Gefährdungslage für den 24-jährigen Angeklagten hoch ein. Der Mann hatte andere Beteiligte in dem Komplex bereits schwer belastet. Nicht wenige Beobachter bezeichnen ihn als "Kronzeugen" in dem Verfahren. Die Polizei schließt nicht aus, dass es Racheaktionen geben könnte.
Opfer in Bochum entführt
Der angeklagte Kronzeuge (links) und ein weiterer Angeklagter (rechts) mit Verteidigern.
In dem Verfahren geht es um sieben Angeklagte, die Geiseln genommen hatten, um geraubtes Cannabis wiederzubekommen. Die Anklage konnte heute nicht verlesen werden, weil ein Verteidiger wegen Krankheit fehlte. Dennoch haben heute viele Verteidigerinnen und Verteidiger angekündigt, dass ihre Mandanten Geständnisse ablegen wollen. Das soll dann in den kommenden Tagen passieren.
Die mutmaßlichen Täter sollen davon ausgegangen sein, dass der Bruder des entführten Mannes aus einer Lagerhalle in Hürth 350 Kilogramm Marihuana geraubt hatte.
Eine Frau und der Mann wurden im Keller eines Hauses in Rodenkirchen bedroht, gefoltert und erniedrigt, sagt die Staatsanwaltschaft. Zuvor wurden sie bei einem fingierten Drogengeschäft in Bochum in einen Transporter gezerrt und nach Köln gebracht.
Diese Auseinandersetzung hatte in den vergangenen Monaten immer wieder zu Gewalt geführt. Unter anderem wurden mehrere Sprengsätze gezündet, die Fenster von Geschäften und einem Restaurant wurden dadurch zerstört.
Der aktuelle Prozess ist auf 15 Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Landgericht Köln
- Staatsanwaltschaft Köln