Viele zieht es bei dieser Hitze ins Freibad.
Bildquelle: WDR / Rainer HackenbergSpanner filmen heimlich : Sorge vor Smart Glasses in Kölner Saunen und Freibädern
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Die Kölner Claudius Therme hat kürzlich zwei männliche Gäste mit Smart Glasses rausgeworfen. Der Verdacht: heimliches Filmen. Die KölnBäder nehmen das Verbot von Videoaufnahmen mit Smart Glasses jetzt ausdrücklich in ihre Hausordnung auf.
Sie sehen aus wie normale Brillen oder Sonnenbrillen, doch sie können wesentlich mehr: Smart Glasses. Unter anderem können die Träger damit fotografieren oder Videos aufnehmen. In der Kölner Claudius Therme sind im vergangenen Monat zwei Verdachtsfälle bekannt geworden.
Kölner Mitarbeitende bemerken Männer mit Smart Glasses
Mitarbeitende haben jeweils einen Mann bemerkt, der sich mit seiner Brille auffällig verhalten hat. Einer von ihnen wurde daraufhin des Hauses verwiesen, der andere hat Hausverbot bekommen. Ob sie tatsächlich heimlich gefilmt haben, ließ sich nicht nachweisen.
"Da zeigen wir null Toleranz. Wer das macht, der macht das absichtlich." Tilmann Brockhaus , Geschäftsführer Claudius Therme
Handys und andere Geräte, mit denen man fotografieren oder Videos aufnehmen kann, sind in der Claudius Therme schon länger verboten. Auf das zusätzliche Verbot von Smart Glasses weist das Unternehmen jetzt ausdrücklich am Eingang hin.
Smart Glasses sind in der Claudius Therme verboten.
Bildquelle: WDR/Maja PetersAuch die KölnBäder erkennen das Problem
In den Kölner Schwimmbädern habe man bisher noch keine Personen beim Filmen mit Smart Glasses ertappt, sagt eine Sprecherin der KölnBäder. Doch man nehme das Problem ernst.
Sobald Badegäste Verdacht schöpfen, können sie sich direkt beim Personal melden. Auch die neue Hausordnung soll das Filmen mit Smart Glasses verbieten, so wie es bereits für Handys gilt. In Städten wie in Potsdam sind smarte Brillen in Schwimmbädern und Saunen tatsächlich Anfang Juni ausdrücklich verboten worden, um den Missbrauch zum Beispiel für Social-Media-Plattformen zu unterbinden.
Rechtliche Lage: Nachbesserung gefordert
Grundsätzlich, so Rechtsanwalt Christian Solmecke, wird durch das Filmen von Personen ohne deren Wissen das Persönlichkeitsrecht verletzt. Damit dieser Straftatbestand erfüllt ist, müssten sich Personen aber auch in besonders geschützen Räumen befinden, etwa Umkleiden oder Toiletten. "Beim Filmen in der Sauna gibt es da gerade eine Strafbarkeitslücke", so Solmecke. "Erste Vorschläge für ein Gesetz liegen auf dem Tisch." Unter Strafe steht allerdings die Verbreitung der Aufnahmen.
Bademeister rufen und Polizei verlangen
Unabhängig davon können sich - so wie jetzt im Falle der Claudius Therme geschehen - die Einrichtungen aber immer auf ihr Hausrecht berufen, wenn sie in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen festlegen, dass Filmen innerhalb des Bades oder der Therme untersagt ist. "Allerdings dürfen Mitarbeiter Smartglasses nicht eigenmächtig konfiszieren", warnt Solmecke. Das darf nur die Polizei. Betroffene Gäste sollten deswegen sofort dem Personal Bescheid geben und darauf bestehen, dass die Polizei gerufen wird, um die Beweise auf der Brille zu sichern. Das Personal darf den Filmenden auch festhalten, bis die Beamten eingetroffen sind.
Zivilrechtlich ist die Sache für den Rechtsanwalt sehr klar: "Opfer haben Ansprüche auf Unterlassung und auf Löschung der Aufnahmen. Je nach Schwere des Eingriffs - etwa wenn Nacktaufnahmen angefertigt wurden und die womöglich auch noch ins Internet gestellt wurden - hat man auch ziemlich hohe Ansprüche auf Schmerzensgeld."
Smart Glasses schon ab 60 Euro zu kaufen
Smart Glasses sind intelligente Brillen mit eingebauter Elektronik. Sie können zum Beispiel Informationen anzeigen oder eben Fotos und Videos aufnehmen. Außerdem kann man mit Smart Glasses auch telefonieren. Solche Brillen gibt es schon seit einigen Jahren zu kaufen. Günstige Modelle gibt es ab 60 Euro.
Unsere Quellen:
- Claudius Therme
- KölnBäder GmbH
Sendung: WDR.de, Köln: Neue Spanner-Masche mit Smart Glasses, 23.06.2026, 12:46 Uhr
