Ein im Straßenpflaster eingelassener Stolperstein wird mit einem Lappen poliert

Projekt aus Köln Stolpersteine im sächsischen Heidenau verboten

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In Heidenau, Sachsen, dürfen nach einem Stadtratsbeschluss keine Stolpersteine mehr verlegt werden. Die Initiative begann in Köln.

In Köln fing alles an, in Sachsen ist es jetzt verboten. In der Stadt Heidenau bei Dresden dürfen künftig keine Stolpersteine mehr verlegt werden. Das hat der Stadtrat beschlossen - auf Antrag von AfD, CDU und einem Bürgerbündnis. Das Ergebnis: 13 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen, eine Enthaltung. Die Stadtverwaltung hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen.

Gedenken soll künftig verstärkt auf einem Friedhof stattfinden

In dem Antrag heißt es, dass viele Bürger, Angehörige und Initiativen diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfänden. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist".

Bestürzung bei jüdischen Verbänden

Jüdische Verbände reagierten entsetzt. In sozialen Medien wird diskutiert, ob dies ein Zeichen für das Aufweichen der "Brandmauer" ist. Ob die fünf Stolpersteine, die zuletzt in Heidenau zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus schon verlegt wurden, entfernt werden müssen, geht aus dem Ratsbeschluss nicht hervor.

Stolpersteine als Form der Erinnerung

Die Idee zu den Stolpersteinen hatte der Künstler Gunter Demnig in den 90er-Jahren. Die Gedenksteine gibt es mittlerweile in vielen europäischen Ländern.

Diese in der Regel mit Spenden finanzierten kleinen Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt - auf der Oberseite der Steine sind ihre Namen und Lebensdaten auf einer Messingplatte eingraviert.

Größtes dezentrales Mahnmal der Welt

Gunter Demnig, Künstler und Initiator der Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus, hält Stolpersteine für Benno und Martha Rosenbaum in den Händen

Der Künstler Gunter Demnig hat 1992 in Köln die ersten Stolpersteine verlegt.

Bildquelle: WDR | Serap Dogan

Der Künstler Gunter Demnig verlegte im Dezember 1992 den ersten Stein vor dem Kölner Rathaus. Die für das Projekt zuständige Stiftung hat ihren offiziellen Sitz in Frechen.

Die Aktion, die in Köln für die Opfer der NS-Deportationen ins Leben gerufen wurde, hat sich mit mehr als 100.000 verlegten Steinen in ganz Europa zum größten dezentralen Mahnmal der Welt entwickelt.

15.000 Stolpersteine in NRW

Der WDR hat die etwa 15.000 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen zum Mittelpunkt des digitalen WDR-Angebots "Stolpersteine NRW - Gegen das Vergessen" gemacht.

Die Geschichte der Menschen hinter den Steinen ist damit auch digital zugänglich: mit Texten, Fotos, Audios, Illustrationen und Augmented-Reality-Elementen.

Stolpersteine im sächsischen Heidenau verboten

WDR 25.09.2026 17 Sek. Verfügbar bis 24.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • dpa

Sendung: WDR 5 Morgenecho, 25.09.2026, 6:31 Uhr

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