Stau, freie Fahrt, Radverkehr, Busse und Bahnen – in einer Großstadt wie Köln verändert sich die Verkehrslage ständig. Für das Verkehrsmanagement bedeutet das: möglichst schnell erkennen, was gerade passiert.
Köln bekommt den Verkehr auf den Bildschirm
Dabei soll künftig das Mobilitäts-Cockpit Köln helfen. Unter dem Namen MoCKiii werden unterschiedliche Mobilitäts- und Umweltdaten zusammengeführt und ausgewertet. Das System macht Verkehrsströme sichtbar und soll helfen, Überlastungen frühzeitig zu erkennen.
Das Mobilitäts-Cockpit kann zeigen, wie sich der Verkehr in Köln entwickelt.
Bildquelle: WDR/ Christian DavidIm Mobilitäts-Cockpit werden verschiedene Daten zur Kölner Verkehrslage zusammengeführt und an die Autofahrer über das Verkehrsleitsystem weitergegeben.
Wie bewegen sich die Menschen durch Köln?
Das Mobilitäts-Cockpit betrachtet dabei nicht nur den Autoverkehr. Auch Fußgänger, Fahrräder sowie Busse und Bahnen fließen in die Analyse ein. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Rahmen des Projekts unter anderem ein System zur täglichen Berechnung des sogenannten Modal Splits entwickelt. Damit lässt sich beobachten, wie sich die Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel verändert.
Aus Daten sollen konkrete Maßnahmen werden
Für die Stadt ist entscheidend, dass die Informationen nicht nur auf einem Bildschirm landen. Wenn das System eine kritische Verkehrslage sichtbar macht, können die Verantwortlichen im Verkehrsmanagement prüfen, ob und wie gegengesteuert werden kann.
Martin Haerst, Projektleiter der Stadt Köln für das Mobilitäts-Cockpit.
Bildquelle: WDR/ Christian DavidGenau darin liegt der Unterschied zwischen einer reinen Datensammlung und einem Werkzeug für das Verkehrsmanagement: Die Daten sollen Entscheidungen unterstützen.
Diese neue Technik ermöglicht es uns, dass wir nun den Blick weiten, um sich das gesamte städtische Straßennetz anzuschauen. So können wir schauen, wie es auf Nebenstraßen aussieht. So können wir möglicherweise den Verkehr verlagern, um die Menschen schnell aus dem Stau herauszuleiten. Martin Haerst, Projektleiter des Mobilitäts-Cockpits
Von der Förderung in den Regelbetrieb
Das Mobilitäts-Cockpit Köln war zunächst ein gefördertes Entwicklungsprojekt. Die Entwicklungskosten liegen nach Angaben der Stadt bei rund 4,1 Millionen Euro. Davon wurden 2,7 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert. An der Entwicklung waren neben der Stadt Köln unter anderem das DLR sowie weitere Unternehmen und Projektpartner beteiligt. Jetzt ist die Förderphase beendet. MoCKiii soll dauerhaft beim Amt für Verkehrsmanagement eingesetzt werden.
Der Praxistest beginnt jetzt
Das Mobilitäts-Cockpit kann zeigen, wie sich der Verkehr in Köln entwickelt. Im Dauerbetrieb muss sich nun zeigen, wie gut die Informationen dabei helfen, Verkehrsprobleme zu erkennen und Staus aufzulösen.
Unsere Quelle:
- Stadt Köln
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 09.09.2026, 13:30 Uhr
