Die beiden Männer sollen am Sonntag, den 30. August, gegen 4:45 Uhr mehrere Schüsse auf das Haus und ein davor geparktes Auto abgefeuert haben. Bei der Spurensicherung fanden Beamte auch Einschusslöcher in einem Nachbarhaus.
Die Einschusslöcher hat die Polizei gelb markiert.
Bildquelle: WDRZur Tatzeit hielten sich mehrere Personen in den Wohnhäusern auf, daher bewertet die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchtes Tötungsdelikt. Verletzt wurde aber niemand.
Fahndung mit Aufnahmen der Tatverdächtigen
Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die die beiden auffällig gekleideten Männer am frühen Morgen des 30. August gesehen haben. Beide Personen sollen etwa 1,85 Meter groß sein und werden als schlank beschrieben.
Die beiden Tatverdächtigen vor dem Wohnhaus
Bildquelle: Polizei NRWZur Tatzeit trug einer der beiden einen roten Kapuzenpullover mit weißen Strichen auf der Rückseite, dazu weiße Schuhe und eine ebenfalls weiße Gesichtsmaske. Der zweite einen weißen Kapuzenpullover mit dunkler Hose, dunklen Schuhen und einer Tasche mit vollautomatisierter Schusswaffe. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern weiter an.
Haus gehört offenbar Chef einer Imbisskette
Nach WDR-Recherchen hängt der Angriff offenbar mit einem Erpressungsversuch gegen eine Imbisskette zusammen. Das angegriffene Haus soll laut Informationen aus Ermittlerkreisen einem der Chefs einer bundesweit tätigen Kette von Schnellrestaurants gehören. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Rheinland. Seit Monaten wird die Firma demnach erpresst. Dabei soll es um mehrere Millionen Euro gehen.
Angriffe auch in anderen Bundesländern
In diesem Sommer gab es bereits mehrere Angriffe auf Filialen der Franchise-Kette. Zum Beispiel in Mannheim, Rüsselsheim oder Osnabrück. Dabei wurde auf die Filialen geschossen oder Brände gelegt. Möglicherweise steckt Schutzgelderpressung hinter den Taten, so die Polizei. Ob ein Zusammenhang mit dem Angriff in Erftstadt besteht, wollten die Ermittler noch nicht sagen.
Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass sogenannte türkische "Gen-Z-Banden" oder Mafiagruppen hinter den Attacken stecken. Diese Gruppierungen erpressen dabei vor allem reiche türkische Geschäftsleute. Auch in NRW hat das Landeskriminalamt verschiedene Vorfälle ermittelt.
In der Kölner Südstadt gab es am darauffolgenden Montagmorgen, den 31.08., Schüsse auf ein türkisches Café. Am Samstagmorgen, 05.09., in Köln-Ostheim Schüsse auf eine Bar.
Unsere Quelle:
- Polizei Köln
Sendung: WDR.de, Fahndung nach Tatverdächtigen wegen Schüssen in Erftstadt, 09.09.2026, 16:03 Uhr