Hohe Benzinpreise: Wenn dem Ehrenamt der Sprit ausgeht

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WDR 1 Min. 28 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Hohe Benzinpreise Wenn dem Ehrenamt der Sprit ausgeht

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Die Spritpreise explodieren. Was bedeutet das für Tafeln und Bürgerbusse? Die Situationen sind sehr unterschiedlich.

Die Pendler ächzen schon seit Wochen unter den hohen Spritpreisen. Bis zu 2,60 Euro kostete in diesen Tagen der Liter Diesel an Tankstellen im Münsterland. Entspannung? Die ist in etwa zwei Wochen in Sicht, heißt es von der Bundesregierung.

Herausforderungen fürs Ehrenamt

Die Spritpreise sorgen aber auch bei Betreibern von Bürgerbussen oder Tafeln in der Region für Probleme. Die Tafeln verteilen Lebensmittel an Bedürftige, so wie die Tafel in Lüdinghausen. Aus ihrem Lager versorgt sie aber nicht nur Bedürftige vor der eigenen Haustür, sondern auch Olfen, Seppenrade und Nordkirchen.

Ger Gazek, der erste vorsitzende der Tafel Lüdinghausen sitzt in seinem Büro und schaut in die Kamera.
"Wir müssen mehr Geld beim Tanken bezahlen. Das bedeutet, dass wir bei unserer Planung an anderer Stelle nicht mehr so viele Mittel haben, wie wir es gerne hätten!" Gerd Gazek, Leiter der Tafel Lüdinghausen

Jede Ausgabe außerhalb von Lüdinghausen bedeutet viel Fahrerei, das sei aber unausweichlich, sagt der Leiter der Tafel. In den übrigen Orten haben die Ehrenamtlichen nämlich keine Lager, sondern lediglich ihre Ausgaberäume. Hinzu kommen die Wege, um die Ware abzuholen. Da steigt der Kilometerzähler schnell an. Die steigenden Kosten können nur durch Spenden gedeckt werden.

Zwei Autos von der Tafel stehen auf einem Parkplatz.

Die Busse der Tafel müssen regelmäßig getankt werden. Das geht in's Geld.

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Neue Angebote, trotz steigender Kosten

Auch der Bürgerbusverein Merfeld und Hausdülmen e.V. schluckt beim Blick auf die Tankpreise. Immerhin: Der Verein steht nicht allein da. Die Betriebskosten werden durch die Stadt Dülmen aufgefangen. Für die Ehrenamtlichen ist das eine unerlässliche Hilfe.

Dem Verein ist es so sogar möglich, sein Angebot auszubauen. Demnächst kommt ein neuer Bus und mit diesem sollen weitere Ortsteile Dülmens angeschlossen werden. "Das ist überhaupt nur möglich durch die Rückendeckung der Stadt", erklärt der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Mischke.

E-Mobilität als Lösung der Zukunft?

Doch wären die Probleme nicht vermeidbar gewesen? Zum Beispiel mit dem Umstieg auf E-Mobilität? Ganz so einfach ist das nicht, erklären sowohl die Lüdinghausener Tafel als auch der Dülmener Bürgerbusverein.

Jürgen Mischke, der Vorsitzende des Bürgerbus e.V. in Merfeld schaut an geradeaus.
"E-Busse sind oft schwerer als unsere Verbrenner. Mit den aktuellen Genehmigungen dürfen unsere Ehrenamtlichen die gar nicht fahren." Jürgen Mischke, Bürgerbusverein Merfeld und Hausdülmen e.V.
Ger Gazek, der erste vorsitzende der Tafel Lüdinghausen sitzt in seinem Büro und schaut in die Kamera.
"Wir haben leider nicht die Möglichkeit, E-Transporter in unserer Nähe zu laden. Da hätte es viel Vorarbeit gebraucht, um ein E-Fahrzeug hier zu betreiben." Gerd Gazek, Leiter der Tafel Lüdinghausen

So bleiben erst mal Tafel und Bürgerbus von der Zapfsäule abhängig. Und hoffen, wie viele, auf sinkende Preise.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 17.09.2026, 19:30 Uhr

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