Autofahrer in Münster brauchen ab heute Abend noch einmal Geduld. Die Verbindung von der Weseler Straße in Richtung Autobahnkreuz Münster-Süd wird ab 18 Uhr am Freitagabend bis Sonntagmorgen 5 Uhr gesperrt. Gleiches gilt auch für die Gegenrichtung.
Provisorische Brücke wird abgebaut
Grund dafür ist der Abbau der Behelfsbrücke, über die der Verkehr in den letzten Monaten an der sogenannten "Spinne" gerollt ist.
Aber die provisorische Brücke wird nun nicht mehr benötigt. Denn seit dem 19. Juni fließt der Verkehr über eine neugebaute Brücke, die die stark befahrene Umgehungsstraße mit dem Autobahnkreuz Münster-Süd verbindet.
Wie bei den vorherigen Sperrungen, sind die Umleitungen für Autofahrer ausgeschildert.
Noch keine vollständige Freigabe
Sandra Beermann vom Landesbetrieb Straßen NRW auf der neuen Brücke.
Die Freigabe der neuen Brücke erfolgt bisher allerdings erstmal einspurig, denn es stehen noch Restarbeiten an. Freie Fahrt Richtung Autobahn, kein Stau mehr im Berufsverkehr, das erhoffen sich Sandra Beermann vom Landesbetrieb Straßen NRW und Projektleiter Udo Wessel vom Bauunternehmen Echterhoff.
Mitte August soll alles fertig sein
Großzügig rollen soll der Verkehr dann spätestens Mitte August, wenn die neue Brücke komplett fertig und sie gewohnt zweispurig befahrbar ist. "Kleinere Arbeiten für den Lärmschutz stehen auch noch an", erklärt Sandra Beermann - aber davon werden die 57.000 Autofahrer, die täglich die Stelle passieren, nicht viel mitbekommen.
Auffahrt wieder frei
Parallel zur Sperrung am Wochenende gibt es auch gute Nachrichten für Autofahrer. Nach Angaben von Straßen.NRW wird die Auffahrt von der Weseler Straße auf die Umgehungsstraße noch am Freitag wieder freigegeben. Sie war rund zwei Monate gesperrt.
12 Jahre Autofahrer-Elend
Sandra Beermann vom Landesbetrieb Straßen NRW und Projektleiter Udo Wessel vom Bauunternehmen Echterhoff auf der Baustelle.
Kummer waren die Autofahrer ja gewohnt, 12 Jahre lang. So lange war die Verkehrsführung an der Spinne einspurig. Gleich zwei Brücken - die Zufahrt zur Umgehungsstraße als auch die große Richtung A 43 - mussten neu gebaut werden, sie waren marode und alt. Kostenpunkt: 38,5 Millionen Euro. Für das Unternehmen Echterhoff erwies sich das als große Chance: Die Baufirma aus Westerkappeln konnte erstmals Fertigbauteile in Expressbauweise zum Einsatz bringen.
Neuartige Bauweise spart Zeit
Der Vorteil der neuen Bauweise: Statt etwas mehr als 4 Jahren Bauzeit dauerte das Projekt nur zwei Jahre. "Ein Meilenstein", befindet Sandra Beermann. Auch für Udo Wessel vom Bauunternehmen Echterhoff hat das Bauvorhaben Vorzeige-Charakter.
"In Sachen Zusammenarbeit und Ausführung war das hier eine Musterbaustelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer." Udo Wessel, Projektleiter
Bundesweiter Einsatz geplant
Und es ist ja noch nicht zu Ende: Die neue Expressbauweise soll bei weiteren Brückenbauten bundesweit zum Einsatz kommen. Deshalb hofft Udo Wessel noch, dass Bundes-Verkehrsminister Patrick Schnieder kommt, wenn die neue Brücke Mitte August in Münster feierlich eröffnet wird. Der könnte sich dann gleich ein eigenes Bild machen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter im Gespräch mit den Beteiligten
- Landesbetrieb Straßen NRW
Sendung: WDR.de, Erneute Sperrung an der "Spinne" in Münster, 26.06.2026, 11:28 Uhr