Streit um Ausbau der Bundesstraßen im Münsterland: Was denkt ihr darüber?
Lokalzeit Münsterland. 25.06.2025. 03:13 Min.. Verfügbar bis 25.06.2027. WDR. Von Gutsche, Jonas ; Hamers, Dominik.
Streit um Ausbau der Bundesstraßen im Münsterland: Was denkt ihr darüber?
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Seit Jahren ist der geplante Ausbau der B51 und der B64 ein großes Streitthema im Münsterland. Er sei wichtig für Pendler und die Wirtschaft, sagen Befürworter. Gegner halten den Plan für nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eure Meinung wissen und diskutieren im WDR Lokalzeit Stadtgespräch darüber.
Sie verbinden das Münsterland mit Ostwestfalen - die Bundesstraßen 51 und 64. Vor allem Pendler und die regionale Wirtschaft nutzen die Straßen, um von Münster über Telgte, Warendorf und Beelen Richtung Bielefeld zu kommen. Zu den Stoßzeiten gibt es hier oft aber lange Staus und Wartezeiten. Durch einen Ausbau könnte sich das Problem lösen, so der Plan des Bundesverkehrsministeriums.
Vierspuriger Ausbau soll Strecke entlasten
Konkret soll die B51 zwischen Münster und Telgte vierspurig verlaufen. Die B64 soll mit Ortsumgehungen in Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz für ruhige Ortskerne sorgen und den Verkehr "auslagern". So sehen es zumindest die Pläne des Bundesverkehrsministeriums vor.
Mehrere Bürgerinitiativen kritisieren die Baupläne
Protestschild gegen die B64n
Aber es gibt Protest. Bürgerinitiativen aus den betroffenen Städten und Gemeinden halten die Pläne für überdimensioniert und nicht zeitgemäß.
"Was aus unserer Sicht gegen den Ausbau spricht, ist dass aktiv nur ein Verkehrsträger gefördert wird: PKW und LKW. Und alle anderen nehmen entsprechend Einbußen in Kauf. Sei es der Radverkehr, Fußgänger oder der ÖPNV." Katrin Eping, Bürgerinitiative B51 Handorf-Mauritz e.V.
Katrin Eping von der Bürgerinitiative B51 Handorf-Mauritz e.V..
Weitere Kritikpunkte der Bürgerinitiativen an den aktuellen Bauplänen von Straßen.NRW sind zum Beispiel auch der große Flächenverbrauch, die hohen Baukosten und mangelnde Gesprächsbereitschaft des Bundesverkehrsministeriums.
Bürgermeister der Städte und Gemeinden schließen sich Kritik an
Anfang des Jahres haben die Bürgermeister der Städte Telgte, Warendorf und Münster und der Gemeinden Beelen und Herzebrock-Clarholz einen gemeinsamen Brief an den damals noch amtierenden Bundesverkehrsminister Volker Wissing verfasst, in dem sie sich gegen den geplanten Ausbau aussprechen.
Im Mai überraschte Wissing dann mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die B64n in Warendorf. Kurz vor seinem Amtsende.
Für den Vorsitzenden der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) Michael Afhüppe ein unverständlicher Schritt: "All das, über das wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gesprochen haben, das ist von jetzt auf gleich vom Tisch gefegt worden und spielt überhaupt keine Rolle mehr."
Wirtschaft will bessere Verbindung zwischen Münsterland und Ostwestfalen
Markus Hartmann, Leiter der Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer Münster
Vor allem Vertreter aus der regionalen Wirtschaft befürworten den Ausbau der Bundesstraßen. Die stark gestiegenen Baukosten sieht Markus Hartmann, Leiter der Wirtschaftsförderung bei der Handwerkskammer Münster gut investiert: "Es wird definitiv ein volks- und betriebswirtschaftlicher Nutzen sein, denn die heimische Wirtschaft, die derzeit unter der Verkehrssituation leidet, kann dann deutlich effektiver arbeiten", sagt er gegenüber dem WDR.
Was muss passieren, um alle Verkehrsteilnehmer mitzunehmen? Sagt uns eure Meinung
Schreibt uns eure Meinung – direkt in die Kommentare auf wdr.de oder per Mail an stadtgespraech@wdr.de! Über dieses Thema sprechen wir auch beim WDR Lokalzeit Stadtgespräch am Donnerstag ab 20 Uhr in der Gaststätte "Mittendrin" in Telgte und live bei WDR 5. Eure Kommentare und Fragen nehmen wir mit in die Diskussion mit unseren Gästen.