Stefan Wijkamp beim Neonazi-Aufmarsch in Münster am 19. Juli 2025
WDR. 01:45 Min.. Verfügbar bis 24.07.2028.
Sein Erscheinungsbild erinnert stark an Adolf Hitler, den er als Genie bezeichnet. Gesagt hat das der Angeklagte Stefan Wijkamp. Im selben Interview, am Rande einer Nazi-Demo in Münster, betonte er auch: "Ich denke ganz anders über KZ's." Deshalb steht er jetzt vor Gericht.
Zum Prozessauftakt am Freitagmittag, den 24. Juli, ist Wijkamp nicht erschienen. Das Gericht verhängte einen Strafbefehl gegen ihn. Das bedeutet für Wijkamp acht Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 3.000 Euro. Gegen den Strafbefehl kann er innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen. Dann gäbe es eine weitere Hauptverhandlung.
20 Demonstranten vor dem Amtsgericht
Demonstranten des Bündnisses "Keinen Meter den Nazis" stehen bereits vor dem Amtsgericht. 20 Menschen sind gekommen.
Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass Menschen wie Wijkamp in Münster nicht willkommen seien, sagt der Organisator Carsten Peters (Grüne),. "Selbst, wenn wir nur fünf Leute sind."
Peters betont, dass er auch in Zukunft so handeln werde: "Wenn Nazis irgendwo auftauchen, sind wir auch da." Es gehe darum, Faschismus, Rassismus und Nationalismus nicht salonfähig werden zu lassen: "Insbesondere vor dem Hintergrund des Erstarkens extrem rechter Parteien."
Hitler-Imitator mit Fahne der Niederlande
Dem aufgrund seines Erscheinungsbilds und seiner Herkunft als "Holland-Hitler" bezeichneten Wijkamp droht eine Geldstrafe. Er gilt in der deutschen und niederländischen Nazi-Szene als gut vernetzt und nimmt regelmäßig an rechten Aufmärschen teil. Dabei trägt er für gewöhnlich eine Fahne seines Heimatlandes.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters
- Amtsgericht Münster
- Gespräch mit Carsten Peters
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 24.07.2026, 18.09 Uhr