Zurück in die Urzeit
WDR. 00:48 Min.. Verfügbar bis 09.07.2028.
Präparatorin Mayla Renz-Kiefel setzt noch schnell ein paar urzeitliche Schalentiere beziehungsweise die Nachbildungen davon aus dem 3D-Drucker ins Korallenriff. Sie und ihre Kollegen in den Werkstätten des LWL-Naturkundemuseums in Münster haben es eigens für die große "Überleben"-Ausstellung gebaut.
Dinos, Paddelechsen, Fluginsekten
Es sind nur noch wenige Stunden bis zur Eröffnung. Präparatoren und Handwerker laufen durch die Halle, machen den letzten Feinschliff. Auf der 1.200 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche tummeln sich neben Meerestieren aus der Urzeit riesige Saurier, Paddelechsen, Fluginsekten und Fleischflosser.
Letzte Handgriffe im "Riff": Präparatorin Mayla Renz-Kiefel
Es sind Fossilien, Reste davon oder auch Nachbildungen von Lebewesen, die es vor vielen hundertmillionen Jahren in Westfalen gegeben hat. Eine bunte urzeitliche Welt, die es so im LWL-Naturkundemuseum in Münster noch nie zu sehen gab.
"Monster von Minden" in voller Größe
Der Star der Ausstellung ist das "Monster von Minden", ein riesiger Raubsaurier, der einzige seiner Art, der vor etwa 160 Millionen Jahren in Deutschland unterwegs war. Fossile Knochen und Zähne wurden 1998 in einem Kalksandsteinbruch im Wiehengebirge bei Minden gefunden. Daher sprechen Wissenschaftler auch vom "Wiehenvenator". Er wurde für die Ausstellung in voller Größe nachgebaut.
Museumsdirektor Jan-Ole Kriegs und Kuratorin Lisa Wong vor dem "Monster von Minden"
Auch der mit fast zwei Metern Durchmesser größte Ammonit, der jemals auf der Welt gefunden wurde, 80 Millionen Jahre, aus Lüdinghausen-Seppenrade ist in der Ausstellung zu sehen. Ein ziemlich echt anmutender Kopffüßler. Die Nachbildung stammt aus einer italienischen Werkstatt.
Eine Nachbildung des Ammonits "Seppi" hat es auch in die Ausstellung geschafft.
Tauchgang ins Urzeit-Meer
Eine weitere Attraktion ist das sogenannte "Paläoaquarium": Urzeitliche Meeresreptilien, riesige Knochenfische und auch Kopffüßler in Lebensgröße erscheinen auf einer Videoleinwand, als würden sie durch den Raum schwimmen. Der Besucher fühlt sich wie in einem riesigen Meeresaquarium. Auch das ein Highlight der Ausstellung.
Urzeitwesen unter Wasser: Blick ins "Paläoaquarium"
Die Ausstellung "Überleben" in Münster ist eine von insgesamt drei Ausstellungen zur Urgeschichte in Nordrhein-Westfalen, die anderen sind in diesem Sommer in Essen und Detmold zu sehen. Die Initiative ging vom NRW-Heimatministerium aus. Ministerin Ina Scharrenbach wird die Ausstellung in Münster am Donnerstag um 17 Uhr eröffnen. Ab Freitag darf jeder rein. Die Ausstellung dauert bis Anfang September 2027.
Einblick in die neue Austellung
Skelette, Fossilien und eine digitale Entdeckungstour. Was ist neu in der paläontologischen Austellung im LWL-Museum für Naturkunde?
Unsere Quellen:
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
- LWL-Naturkundemuseum Münster
Sendung: WDR.de, Neue Schau im LWL-Naturkundemuseum Münster, 09.07.2026, 10:04 Uhr
