Das Monster von Minden: Dino-Alarm im LWL-Naturkundemuseum in Münster
03:15 Min.. Verfügbar bis 17.04.2028.
Das Monster von Minden : Dino-Alarm im LWL-Naturkundemuseum in Münster
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Nur noch knapp drei Monate, dann startet im LWL-Naturkundemuseum in Münster die große Dino-Ausstellung. Sie ist eine von landesweit drei Ausstellungen zur Urzeit-Geschichte Nordrhein-Westfalens. Mit Deutschlands einzigem Raubsaurier, dem Monster von Minden.
Der Wiehenvenator albati - wie der Monster-Saurier tatsächlich heißt - war in der Urzeit ein gefürchtetes Wesen. "Es war der einzige Raubsaurier in Mitteleuropa, quasi das Gegenstück zum T-Rex in den USA", erzählt die Biologin Lisa Wong. Sie ist eine der beiden Kuratorinnen, die die große Dino-Ausstellung "Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen" ab 10. Juli im LWL-Naturkundemuseum in Münster verantworten.
Ungetüm von neun Metern Länge
Fossile Überreste von dem Raubsaurier wie Oberkiefer, Schwanzwirbel und Rippe waren Ende der 1990er Jahre in einem stillgelegten Kalksandsteinbruch bei Minden entdeckt worden. In der großen Dino-Ausstellung in Münster wird eine Rekonstruktion zu sehen sein. Präparatoren in den Niederlanden haben das Ungetüm für das LWL-Naturkundemuseum nachgebaut.
In der Werkstatt der Präparatoren im LWL-Naturkundemuseum
In den Werkstätten in Münster reichten die Kapazitäten dafür nicht aus. Allein die Größe des Sauriers mit neun Metern Länge und fast vier Metern Höhe brachte die Präparatoren im LWL-Naturkundemuseum an ihre Grenzen.
Ammoniten aus dem 3-D-Drucker
Sie konzentrieren sich stattdessen auf kleinere Urzeit-Wesen, darunter pflanzenfressende Echsen, Schuppenbäume und Lebewesen aus dem Urzeit-Meer, Ammoniten, Fische, Korallen. Die Präparatoren bilden zigtausende davon nach. Vieles wird per Hand geformt, vieles kommt aus dem 3-D-Drucker und wird nachbearbeitet.
Meerestiere aus dem 3-D-Drucker: Vom Original kaum zu unterscheiden
Präparatorin Mayla Renz-Kiefel sitzt an der Werkbank, mit einer Maske im Gesicht, zum Schutz vor dem Farbnebel aus der Airbrush-Pistole. Renz-Kiefel koloriert Korallen, eine nach der anderen, es sind Hunderte, jede etwa 10 Zentimeter lang, mit einzelnen kleinen Verzweigungen.
Das ist schon ein Traumprojekt. So vielfältig und groß, dass man sich immer wieder was Neues überlegen muss, welche Technik jetzt die Beste ist. Präparatorin Mayla Renz-Kiefel
Auch die Korallen sind nicht echt. Sie kommen aus dem 3D-Drucker und sind bestimmt für das riesige urzeitliche Riff, das in der Ausstellung im LWL-Naturkundemuseum in Münster zu sehen sein wird. Eine farbenfrohe Unterwasserwelt, wie sie vor etwa 400 Millionen Jahren im Münsterland existierte.
Paddelechse mit fast 100 Wirbeln
Präparator Giuseppe Lo Cacciato mit der Paddelechse
Im Raum nebenan versucht Präparator Giuseppe Lo Cacciato, die rund 100 Wirbel einer urzeitlichen Paddelechse aus dem 3-D-Drucker in die richtige Reihenfolge zu bringen. Er hat auf Brusthöhe quer durch den Raum eine etwa fünf Meter lange Aluminiumstange gespannt. Auf die schiebt er nun einen Wirbel nach dem anderen, wie Perlen auf eine Schnur. Zu Testzwecken.
"Die größte Herausforderung ist, nicht durcheinanderzukommen bei den ganzen Wirbeln und Knochen und auch das Gerüst ordentlich zu bauen", sagt Lo Cacciato. "Es wird später über den Besuchern schweben. Da muss man einfach ein bisschen umdenken und ein bisschen stabiler bauen." Der Präparator freut sich schon, auf den Moment, wo seine Paddelechse auf die Ausstellungsfläche umziehen kann.
Viele tausend Fossilien und Rekonstruktkionen
In der großen Dino-Ausstellung in Münster wird beides zu sehen sein, Fossilien, die in Nordrhein-Westfalen gefunden wurden, und Rekonstruktionen von Urzeit-Tieren, wie dem Monster von Minden. Es sind viele tausend Einzelstücke. Jetzt sind es noch knapp drei Monate bis zur Eröffnung. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Museum müssen mit anpacken. Es ist noch viel zu tun.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- LWL-Naturkundemuseum Münster
- NRW-Heimatministerium