Das neue Gefängnis mit den Hafthäusern aus der Vogelperspektive
Bildquelle: WDR / Petra BrönstrupDer Leiter der JVA Münster, Carsten Heim ist froh, dass die Bauarbeiten zügig vorangehen. "Im alten Gefängnis gibt es viele Probleme, mit dem Gebäude, mit den Rohrleitungen, mit der Elektrik, mit der Heizung", erzählt Heim.
Altes Gefängnis einsturzgefährdet
Der alte Gefängnisbau an der Gartenstraße in Münster ist mehr als 170 Jahre alt und marode. Einige Teile gelten als einsturzgefährdet und mussten bereits vor Jahren geräumt werden. Auch deshalb hatte das zuständige NRW-Justizministerium entschieden, dass Münster ein neues Gefängnis bekommen soll.
"Alle sehnen sich danach, in das neue Gefängnis umziehen zu können." Carsten Heim, Leiter JVA Münster
Die alte Justizvollzugsanstalt Münster gehört zu den ältesten Gefängnissen des Landes.
Bildquelle: WDR / Rüdiger WölkUnterbringung in Einzelzellen
Das neue Gefängnis besteht aus mehreren Hafthäusern mit insgesamt 640 Plätzen für Männer, überwiegend in Einzelzellen. Heim erklärt, das Privatsphäre für Gefangene äußerst wichtig ist, und auch Konflikten vorbeugt. "Wie wir alle, brauchen auch die mal eine Zeit, wo sie alleine sind, nachdenken können, Briefe schreiben, Bücher lesen, was so anfällt."
Tagsüber, erklärt der JVA-Leiter, gebe es dazu in einem Gefängnis kaum Gelegenheit. "Da sind die Gefangenen bei der Arbeit oder auch in Behandlungsgruppen, aber eben nicht allein." Neben den Hafthäusern gibt es auf dem elf Hektar großen und von einer hohen Mauer geschützten Gefängnisareal Werkstätten, eine Schule, einen Garten und ein Begegnungszentrum, wo auch Gottesdienste stattfinden sollen.
Gut gesichert: Das Gefängnisareal ist von einer 5,50 Meter hohen Betonmauer umgeben, es gibt Drahtzäune und Videokameras.
Bildquelle: WDR / Petra BrönstrupGute Ausstattung sorgt für mehr Sicherheit
Anstaltsleiter Heim hält einen gewissen Komfort für Gefangene für äußerst wichtig. Denn der Freiheitsentzug sei für die Betroffenen eine große psychische Belastung.
"Das kann man sich eigentlich nicht vorstellen, wenn man es nicht mal selbst erlebt hat, in so einem Haftraum, wenn die Tür zu ist und es auch keine Klinke gibt, um sie von innen zu öffnen." Carsten Heim, JVA-Leiter Münster
Deshalb, sagt Heim, sei es wichtig, dass der begrenzte Lebensraum in einem Gefängnis vernünftig und angenehm gestaltet ist. Damit stärke man auch die Sicherheit.
Fertigstellung für Ende 2027 geplant
Bauherr ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW. Er geht davon aus, dass die Bauarbeiten spätestens in einem Jahr abgeschlossen sind und dann nach kurzem Probebetrieb die ersten Gefangenen in das hochmoderne Gefängnis am Stadtrand von Münster einziehen können. Geschätzte Baukosten: rund 500 Millionen Euro.
Unsere Quellen:
- Reporterin im Gespräch mit JVA-Leiter Carsten Heim
- Beobachtungen der Reporterin auf der Baustelle
- Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW
Sendung: WDR.de, Neubau JVA MÜnster - Gefängnis im Grünen nimmt Gestalt an, 27.09.2026, 5:05 Uhr
