Die Ausstellungsmacher durften bei einem Minenräumkommando dabei sein. Aus sicherer Entfernung schossen sie dieses Bild.
Bildquelle: WDR/PoltronieriEin Foto zeigt den Straßenverkauf von ukrainischen Bäuerinnen an einer Autobahn, ein anderes die Essensausgabe in einem Militärkrankenhaus. Dazwischen Eindrücke aus dem Schulunterricht in einer Kinderkrebsklinik in Charkiw. Den Tag verbringen die Jungen und Mädchen im Klassenzimmer, nachts müssen die 250 Schüler zum Schlafengehen in den Keller, der Raketenangriffe wegen.
Dieses Bild zeigt die Essensausgabe in einem Militärkrankenhaus in der Ukraine.
Bildquelle: WDR/PoltronieriMomentaufnahmen aus dem Kriegsalltag
Es sind klassische Reportagebilder, die den harten Alltag der Ukrainer zeigen. "Wenn der Alltag Krieg heißt" - so ist die Ausstellung im Terminalgebäude am Flughafen Münster Osnbrück (FMO) untertitelt. Sie zeigen schonungslos die Belastungen und Schwierigkeiten, unter diesen Kriegsbedingungen zu leben. Zu überleben.
Viele Fahrten, tausende Fotos
Dieses Foto zeigt eine Waffenkammer in einem getarnten Krankenhaus in der Region Kherson.
Bildquelle: WDR/Poltronieri"Es sind eigentlich zu wenige Fotos, um das umfassend zu zeigen", sagt Claus Muchow. Er organisiert seit Jahren Hilfstransporte aus dem münsterländischen Steinfurt in verschiedene ukrainische Städte und lässt es sich auch nicht nehmen, die Hilfslieferung persönlich zu begleiten.
Zehn Fahrten in die Ukraine hat er bereits hinter sich, auch und gerade ins Kriegsgebiet, wenn es sein muss. Ihm zur Seite stand bei fast jeder Fahrt Fotograf Axel Roll - von ihm stammen die Fotos. 4000 mal hat er auf den Foto-Auslöser gedrückt. Die Ausstellung kann aus Kapazitätsgründen allerdings nur einen Ausschnitt zeigen.
Ausstellung ist am richtigen Platz
Soldatengräber, die meist mit bunten künstlichen Blumen geschmückt werden.
Bildquelle: WDR/Poltronieri"Wir wünschen uns, dass den Ausstellungsbesuchern die Augen geöffnet werden, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben", erzählt Muchow. Unter der ständigen Gefahr von Drohnenattacken, Mangel an Strom, Mangel sogar an Wasser. Der FMO sei dafür genau der richtige Ort, sagt Muchow. "Hier ist das Tor zur Welt, hier halten sich weltoffene Menschen auf, das ist das richtige Forum dafür", zeigt er sich erleichtert.
Hilfe geht weiter, Dokumentation auch
Claus Muchow (r.) und Axel Roll (l.) in der Ausstellung.
Bildquelle: WDR/PoltronieriDie Hilfe - und damit die Foto-Sammlung - wird ja weiter aufgestockt, weitere Fahrten sind in Planung. Bislang haben Claus Muchow und Axel Roll Güter im Wert von fast vier Millionen Euro in die Ukraine gebracht, möglich durch Spenden des Rotary und des Lions Clubs Münsterland: Krankenhausbetten, Röntgengeräte, aber auch Unterwasserdrohnen zur Minenräumung und Mini-Bagger zur Entschärfung von Landminen.
"Wir hatten mal 400 Klinikbetten mit dabei. Ich bin mir sicher: in diesem Moment liegt in jedem Bett jemand drin!" Claus Muchow
Die Fotoausstellung am FMO ist noch den ganzen August und den ganzen September zu sehen. Eintritt kostet sie nicht. Gibt es ein größeres Interesse, können über den Rotary- oder den Lionsclub auch Führungen vereinbart werden. Darauf verweist Claus Muchow ausdrücklich.
Unsere Quellen:
- Gespräch des WDR-Reporters am FMO mit Claus Muchow und Axel Roll
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 10.08.2026, 14:30 Uhr