Landwirte bangen um die Ernte
Bildquelle: WDR / Markus HoltrichterWDR. 01:43 Min.. Verfügbar bis 14.08.2028.
Landwirt Benedikt Wichmann blickt in Dülmen-Merfeld mit düsterer Miene auf die kümmerlichen Maispflanzen seines Feldes. Er hat die Ernte vorgezogen, für mehr als die Biogasanlage taugt der Mais aber nicht.
"Wirtschaftlich ist das natürlich ein Totalschaden, das muss man ganz klar so sagen. Gott sei dank sieht es nicht auf allen Flächen so aus." Benedikt Wichmann, Landwirt in Dülmen
Die Landwirte Michael Uckelmann (li.) und Benedikt Wichmann (re.) haben große Einbußen bei der Maisernte
Bildquelle: WDR / Markus HoltrichterEigentlich sollte die Ernte mindestens zur Hälfte auch als Futtermais dienen, als Silage. Damit kommen Schweine, Rinder und anderes Vieh normalerweise gut durch den Winter. Doch das klappt nicht. Benedikt Wichmann wird wohl auf beispielsweise Getreide ausweichen und auch Futter zukaufen müssen.
Verband beklagt Ernteverluste
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in Münster sagt, der Mais leide bereits seit Juni unter der Trockenheit, allerdings nicht überall gleich stark. Teils seien die Unterschiede sogar innerhalb eines Feldes sichtbar. Auf sandigen Böden sei es besonders schlimm.
Normalerweise werden die Maispflanzen bis zu drei Meter hoch - in diesem Jahr schaffen sie nur einen Meter
Bildquelle: WDR / Markus HoltrichterDort, wo es mal kräftigere Regenschauer gab, ist der Mais besser durch den Sommer gekommen. Insgesamt aber gebe es deutliche Ertrags- und Qualitätsverluste, sagt der WLV.
Die Landwirte sagen, sie seien ohnehin schon durch steigende Preise für Diesel und Dünger belastet. Zudem würden die Erträge sinken, ebenso die Preise für Schweinefleisch. Jetzt kämen noch die Ernteverluste hinzu.
Unsere Quellen:
- Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, WLV
- Landwirt Benedikt Wichman
- Eindrücke von WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Dülmener Landwirt holt miserablen Mais vom Feld, 14.08.2026, 15:30 Uhr