Reinigungs-Roboter "Roberta" hält die Turnhalle sauber
Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDRWDR. 01:51 Min.. Verfügbar bis 14.08.2028.
Kurz vor Mitternacht in einer großen Sporthalle in Dülmen. Der letzte Ball ist längst eingepackt, die Halle leer. Schweißflecken, Schuhabdrücke und Schmutz kleben noch auf dem Boden. Es ist still. Dann ertönt ein kurzer Signalton. Schichtbeginn für "Roberta". Der Wischroboter surrt direkt los und zieht ganz ruhig perfekte Bahnen über das Parkett. Bis zum Sonnenaufgang erledigt er einen Job, für den früher Menschen anrückten.
500 Quadratmeter pro Stunde
Über Saugroboter, wie sie aus Wohnungen bekannt sind, könnte "Roberta" wohl nur gelassen piepsen. Sie schafft über 500 Quadratmeter pro Stunde, ein durchschnittlicher Saugroboter schafft etwa 50 Quadratmeter. Saugen und Putzen gleichzeitig, alles in einem Wisch. Das Resultat: blendend. Dülmens Sportlerinnen und Sportler sollen jedenfalls begeistert sein.
Roboter aus Not "eingestellt"
Gerade für Reinigungsarbeiten nach 22 Uhr sei es zunehmend schwierig, Beschäftigte zu finden, erklärt Stadtsprecher André Siemes den Einsatz der Roboter.
Stadtsprecher André Siemes begründet die Robo-Taktik mit Personalmangel.
Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDRGleichzeitig steigen die Kosten für Jobs in Spätschichten. Da lag die Lösung nahe, Saugroboter auszuprobieren. Erfolgreich. Nach einer Testphase mit verschiedenen Robotern konnten sich "Roberta" und Putzkollege "Robby" durchsetzen und sind jetzt dauerhaft im Einsatz.
"Der ist nicht immer da hergefahren, wo er herfahren sollte. Das haben wir aber sehr gut in den Griff bekommen. Mittlerweile ist die Qualität des Bodens hervorragend." Markus Friehage, Gebäudemanager
Ihre "Putz-Streife" drehen Roberta und Robby in ihrer Turnhalle jeweils entlang fest programmierter Orientierungspunkte. Nur geschlossene Türen und Treppen sind aktuell noch ihr Endgegner. Die Kabinentrakte und WCs übernehmen nach wie vor menschliche Helfer.
Hier wird Roberta ihren Dreck los und tankt Energie und Wasser.
Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDRZwei Turnhallen sind erst der Anfang
Als Nächstes könnten Aula und Mensa eines Gymnasiums an der Reihe sein - die Stadt prüft das bereits. Ob die Roboter Kosten einsparen, wollte die Stadt nicht verraten. Fest steht aber: weitere Gebäude könnten folgen. Eine Nachbarstadt hat bereits angeklopft. Sie überlegt nun ebenfalls, Reinigungsroboter anzuschaffen.
Unsere Quellen:
- Stadt Dülmen
- Gespräch mit Markus Friehage, Gebäudemanager
- Gespräch mit André Siemes, Sprecher Stadt Dülmen
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Reinigungs-Roboter "Roberta" hält die Turnhalle sauber, 14.08.2026, 07:30 Uhr
