Ein Mann steht neben einem grünen Trecker und schaut in die Kamera.

Henrik Kruse von der Landjugend Olfen freut sich sehr auf den Trecker-Treck

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Landjugend voller Vorfreude Countdown für Olfener Trecker-Treck

Stand:

Wenn Bagger und Trecker das Feld zwischen Start und Zielelinie umpflügen, dann ist in Olfen bald Trecker-Treck.

Der kleine, etwas in die Jahre gekommende Trecker steht an der Startlinie. Vor dem modernen wuchtigen Anhänger wirkt er etwas verloren. Doch aufs Startsignal heult er los, schwarzer Rauch schießt aus seinem Auspuff und mit einem Ruck zieht er seine Last über das Feld.
Der Startschuss zum Olfener Trecker Treck ist gefallen. Doch dahin war es ein langer Weg.

Wer gewinnt das Rennen durch Matsch und Dreck?

Es ist ein verregneter Freitagmorgen in Olfen. Zwischen Radladern, Hubwagen und Treckern steht eine Gruppe Jugendlicher auf einem Feld. Alle tragen Arbeitsklamotten und sie haben Lust, anzupacken, trotz des Regenwetters. Es gibt viel zu tun, denn der große Tag ist nicht mehr weit.

Seit 25 Jahren veranstaltet die Landjugend Olfen einen Wettkampf der Traktoren. Die Aufgabe: Wer ist der Champion auf einer 100 Meter langen schwerbefahrbaren Strecke - und das mit schwerem Zusatzgewicht am Heck?

Dieser Wettkampf nennt sich "Trecker-Treck" und er erfordert eine Menge Vorbereitung. Am Sonntag sollen hier in Olfen tonnenschwere Maschinen über den Acker donnern.

Extra Urlaub für den Trecker-Spaß

"Wir sind seit 9 Uhr morgens hier, manche haben sich extra Urlaub genommen", erzählt Jakob Siepe sichtlich stolz. Er ist Vorsitzender der katholischen Landjugend und wuselt genauso wie die anderen Mitglieder mit über das Feld, damit am Sonntag die perfekten Bedingungen herrschen.

Zwei junge Männer stellen Zäune auf einem Feld auf.

Wie am Fließband wird die Absperrung hochgezogen

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Hoch oben hantieren Tom Scholbrock und Matthias Pieper. Die beiden Jungs montieren gerade vom Hubwagen aus ein Transparent über der Ziellinie. "Mehr nach rechts! Das sieht so nicht aus", rufen die anderen scherzhaft vom Boden hinauf. Die Stimmung ist top, trotz Nieselregen und harter körperlicher Arbeit.

Zwei junge Männer befestigen ein Plakat.

Auch die Banner in der Luft: Hier wird alles ehrenamtlich gestemmt

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Landjugend Olfen erstmals mit im Rennen

Während auf der Rennstrecke noch fleißig gearbeitet wird, bereiten andere schon ihre Traktoren vor, so wie Henrik Kruse, ebenfalls Mitglied in der Landjugend Olfen. Er schraubt noch liebevoll an seinem Deutz herum.

"Wir waren als Kinder schon immer beim Trecker-Treck. Das war immer ein Highlight." Henrik Kruse, Landjugend Olfen
Zwei junge Männer sind in einem gelben Trecker.

Die Landjugend freut sich schon sehr auf den Trecker-Treck

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Zum ersten Mal in der Geschichte des Trecker-Trecks schickt die Landjugend Olfen eine eigene Maschine ins Rennen. Für Fahrer Henrik gilt das olympische Motto, " Dabeisein ist alles: "Ein Treppchen-Platz wirds wohl nicht werden, aber das solls auch nicht."

Besser sein als der Nachbar

Henrik hat ein anderes Ziel. "Mein Nachbar macht auch mit, da ist der Anspruch weiterzukommen als er." Damit das klappt, hat Kruse an seinem Deutz noch einiges zu tun. Der Reifendruck muss geprüft werden, eine Stange am Heck verschraubt werden und der Trecker muss auf die Waage.

Ein grüner Trecker mit roten Felgen.

2.5 Tonnen auf der Vorderachse, das sieht gut aus

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Beim Trecker-Treck treten die Fahrzeuge in drei Gewichtsklassen an. Wie schwer die Trecker in der jeweligen Gruppe sein darf, gibt die Deutsche Trecker-Treck Organisation vor. Im Fall der Landjugend Olfen darf Henrik Kruses Landmaschine nicht schwerer als fünfeinhalb Tonnen sein. Punktlandung. Die Waage zeigt: 5,5 Tonnen! Der Trecker ist startberechtigt.

Zusammenhalt macht`s möglich

Noch ist die Strecke aber nicht startklar. Die Landjugend in Olfen hat noch einiges zu tun. Es müssen noch Gräben gegraben werden, um Kabel zu verlegen. Zwei Kräne müssen aufgestellt, nach dem Regen vom Freitag muss der Boden nochmal bearbeitet werden und noch vieles mehr.

Drei junge Männer sind auf einem gelben Trecker und lächeln in die Kamera.

Urlaub für die Landjugend? Aber natürlich

Bildquelle: WDR/Niklas Sticht

Nicht jeder könnte sich vorstellen so das Wochenende zu verbringen oder sich gar Urlaub dafür zu nehmen. Bei der Landjugend ist es anders. "Mit der gesamten Mannschaft macht das Spaß, das schweißt zusammen", erzählt Tom Scholbrock. Er ist einer derjenigen, die sich für den Aufbau extra Urlaub genommen haben.

"Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!" Jörg Kublun, Landjugend Olfen

Benny Reher hat eine ganz besondere Verbindung zum Trecker-Treck. "Ich habe hier vor zwei Jahren meine Freundin kennengelernt. So gesehen haben wir Jahrestag am Trecker-Treck!" Ob sich am Sonntag wieder ein Liebespaar findet, ist noch nicht klar.

Herausforderungen bis zum Schluss

Auch am Sonntag ist das Wetter wenig freundlich. Dunkle Wolken hängen über dem Feld und auch der Nieselregen bleibt erhalten. Trotzdem haben sich bereits viele Zuschauer eingefunden. Alle freuen sich auf den Start des Trecker Trecks, doch klappt das auch?

Gerade mal zwei Teilnehmer ziehen den Wagen übers Feld bevor abgebrochen wird. Die Strecke ist viel zu weich und matschig. Es gibt nur eine Lösung: Die Landjugend muss kurzerhand eine neue Strecke bauen. Nur einige Meter neben der alten.

Der Wettkampf der Landmaschinen

Wo Landmaschinen sich messen

Ein Trecker zieht einen Hänger über ein Feld

Eigentlich ist das der Wettkampfwagen. Doch erstmal muss mit ihm eine neue Strecke angelegt werden.

Trecker stehen in einer Reihe auf einem Feld

Vor jeder Fahrt geht es für die Trecker auf die Waage. Denn, wie beim Boxen, ist hier alles in Gewichtskategorien unterteilt. Vor dem Start bildet sich dann eine lange Schlange.

Ein Trecker startet auf einem Feld

Beim Start schießt gerne mal schwarzer Rauch in die Luft. Dabei ist der Anhänger beim Start noch relativ leicht.

Die Reifen eines Trecker drehen in einem Feld durch

Während der Strecke wird das Gewicht mit Ketten nach vorne gezogen. Stück für Stück wird der Anhänger so schwerer. Bis die Reifen anfangen sich in den Acke zu fressen.

Ein Trecker bäumt sich auf

Doch einfach anhalten ist natürlich keine Option. Die Fahrer stehen auf dem Gas, bis sich manche Trecker nach oben aufbäumen oder die rote Stopfahne nach oben geht.

Ein Trecker zieht einen Hänger über ein Feld

In der leichtesten Gewichtsklasse hat es kein Fahrer ins Ziel geschafft. Der sogenannte Full-Pull ist eben eine Herausforderung. Vielleicht ist das bei den 5,5 Tonner ja anders.

Ein Trecker und ein Hänger

Zwar ist der Anhänger für sie schwerer gemacht worden, aber tatsächlich direkt der erste 5,5 Tonner zieht den Hänger ins Ziel. Und das sogar zwei Mal. Nachdem ersten mal entscheiden die Schiedsrichter: Der Anhänger war noch zu leicht.

Ein Mann steht neben einem Trecker

Und trotzdem zieht Jan Kortstiege mit seinem Trecker auch beim zweiten Mal über die Ziellinie und schafft damit nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Full-Pull des Tages.

Eigentlich ist das der Wettkampfwagen. Doch erstmal muss mit ihm eine neue Strecke angelegt werden.

Vor jeder Fahrt geht es für die Trecker auf die Waage. Denn, wie beim Boxen, ist hier alles in Gewichtskategorien unterteilt. Vor dem Start bildet sich dann eine lange Schlange.

Beim Start schießt gerne mal schwarzer Rauch in die Luft. Dabei ist der Anhänger beim Start noch relativ leicht.

Während der Strecke wird das Gewicht mit Ketten nach vorne gezogen. Stück für Stück wird der Anhänger so schwerer. Bis die Reifen anfangen sich in den Acke zu fressen.

Doch einfach anhalten ist natürlich keine Option. Die Fahrer stehen auf dem Gas, bis sich manche Trecker nach oben aufbäumen oder die rote Stopfahne nach oben geht.

In der leichtesten Gewichtsklasse hat es kein Fahrer ins Ziel geschafft. Der sogenannte Full-Pull ist eben eine Herausforderung. Vielleicht ist das bei den 5,5 Tonner ja anders.

Zwar ist der Anhänger für sie schwerer gemacht worden, aber tatsächlich direkt der erste 5,5 Tonner zieht den Hänger ins Ziel. Und das sogar zwei Mal. Nachdem ersten mal entscheiden die Schiedsrichter: Der Anhänger war noch zu leicht.

Und trotzdem zieht Jan Kortstiege mit seinem Trecker auch beim zweiten Mal über die Ziellinie und schafft damit nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Full-Pull des Tages.

Wer schafft die neue Strecke?

Schnell werden Absperrungen verschoben, Streckenmarker neu aufgebaut und 3 Traktoren ziehen eine frische Strecke ins Feld. Der Trecker Treck kann endlich richtig starten. Eifrig ziehen die Landmaschinen ihre schwere Last übers Feld und bäumen sich auf, sobald der Anhänger zu schwer wird.

Es dauert eine Zeit bis der erste Teilnehmer die kompletten 100 Meter, den ersten Full-Pull schafft. Jan Kortstiege grinst breit und lässt sich feiern: "Damit hätte ich nicht gerechnet, ein geiles Gefühl." Und der nachbarschaftlich Wettkampf? Henrik Kruse setzt sich durch. Mit acht Metern mehr als sein Nachbar. Da dürfte in zwei Jahren eine Revanche fällig sein. Beim nächsten Olfener Trecker Treck.

Landjugend voller Vorfreude

WDR 29.08.2026 1 Min. 51 Sek. Verfügbar bis 28.08.2028 WDR Online

Trecker-Treck

WDR 28.08.2026 29 Sek. Verfügbar bis 27.08.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des Reporter vor Ort
  • Katholische Landjugend Olfen

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 28.08.2026, 15:31 Uhr

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