Aus für Batterie-Recycling in Ibbenbüren
WDR. 03:17 Min.. Verfügbar bis 06.07.2028.
Stecker gezogen : Aus für geplantes Batterie-Recycling in Ibbenbüren
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Lange war es still um die geplante und groß angekündigte Anlage. Jetzt ist klar: Das Forschungszentrum für Batterie-Recycling kommt nicht nach Ibbenbüren. Ein Rückschlag für die Batterie-Forschung im Münsterland, die eigentlich um das einzigartige Projekt erweitert werden sollte.
Auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerks in Ibbenbüren wird kräftig gearbeitet. Verschiedene Unternehmen kommen auf die Industriebrache. Aber nicht mehr das Batterie-Recycling-Zentrum. Das hat Ibbenbürens Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) jetzt im WDR-Interview bestätigt.
"Mit dem Wechsel der Landesregierung trat zunächst ein Jahr lang eine Pause ein. Nach einem Jahr hieß es dann: 'Die Landesmittel stehen nicht mehr zur Verfügung." Marc Schrameyer, Bürgermeister von Ibbenbüren (SPD)
Eine Enttäuschung für Ibbenbüren, denn hier hatte man gehofft, mit dem Recycling-Zentrum käme Universitäts- und Fachhochschulforschung in die Stadt im Kreis Steinfurt.
Land braucht Geld für Folgen der Flutkatastrophe
Das eigentlich zugesagte Geld konnte die NRW-Landesregierung nicht mehr geben, weil sie die Mittel für die Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal brauchte. Das Land NRW machte dann einen Vorschlag: Für den Bau des Batterie-Recycling-Zentrums sollten EU-Fördermittel beantragt werden.
Marc Schrameyer, Bürgermeister von Ibbenbüren, ist enttäuscht.
Von den 85 Millionen hätten die beteiligten Hochschulen - Fachhochschule Münster, Universität Münster und RWTH Aachen - 10 Prozent Eigenanteil übernehmen müssen. Da hätte das Land sogar noch geholfen.
Projekt an Finanzierung der Betriebskosten gescheitert
Gescheitert ist das Projekt dann daran, dass die Kosten für den laufenden Betrieb zu viel gewesen wären für die Hochschulen. Außerdem hätte das EU-Geld nach den Förderrichtlinien bis 2028 verbaut sein müssen und das war nicht zu schaffen.
Die Wiederaufarbeitung ausgedienter Akkus hätte in Ibbenbüren erforscht werden sollen.
Rückschlag für die Batterie-Forschung im Münsterland
Das Zentrum für Batterie-Recycling in Ibbenbüren war geplant als Ergänzung zur Batterie-Forschung, die es schon in Münster gibt. Dort werden bereits Akkus der Zukunft und Produktionsmöglichkeiten entwickelt. Das Recycling wäre dann der letzte Schritt im Kreislauf gewesen.
Auch die Universität Münster ist enttäuscht über das Scheitern. "Aus einer industriell-wissenschaftlichen Perspektive hinterlässt das Aus eine strukturelle Lücke im deutschen Innovationssystem," heißt es in einer schriftlichen Mitteilung der Uni. Mit den Forschungseinrichtungen in Münster hätte das Recycling-Zentrum ein europaweit einzigartiges, geschlossenes Ökosystem gebildet.
Also: Von der Grundlagenforschung der Akku-Technologie über die Erprobung von Produktionsprozessen bis zum Wiederverwenden der Rohstoffe hätte es dann alles im Münsterland gegeben.
Unsere Quellen:
- Marc Schrameyer, Bürgermeister von Ibbenbbüren
- Fachhochschule Münster
- Universität Münster
- Landesregierung NRW
- Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE)
Sendung: WDR.de, Aus für Batterie-Recycling in Ibbenbüren, 07.07.2026, 5.55 Uhr
